Geleit
Manchmal begrüß ich den Wind Wie einen alten Freund Der von einer langen Reise zurückkehrt Und dann frage ich ihn wie seine Wege waren Und er streicht durch mein Haar Und erzählt mir Von Wundern gar viel Von Mären alter Zeit Von lobesamen Helden Von Kampfe und von Streit Von Jubel und Festen Von Tränen und von Leid Deyr fé deyia fraendr deyr sialfr it sama ec veit einn at aldri deyr dómr um daudhan hvern Und ich schließe die Augen Und höre sein Wort Worte von Treue Die über den Tod lebt hinfort Mächtige Liebe Mächtiger Haß So rein und gewaltig Wie man sie heut nicht mehr kennt Lauscht dem Gestein Lauschet dem Wind Welcher in den Bäumen singt Walvater ruft Die Letzten heim Oh Heldenblut so soll es sein Neue Geschlechter kommen Bessere? Kaum Treuere? Nimmer! Der Alte weint Wie er es nie tat Schweigend still doch wissend stark Am Bett sein König Er hält die Hand: Bis in Valhalla dein Herr folgt bald... Oh traurige Zeiten Oh feige Welt Zu folgen treue man nicht mehr weiß Das Blut zu lieben... Es ist vorbei...? Und wenn die Zeit vorbei ist Weht er mir ins Gesicht Ein Abschiedskuß Und dann zieht er davon Ich halte ihn fest Und flehe ihn an: Bitte trage mich davon Laß mich mit Dir ziehen! Und er streicht durch mein Haar Und lächelt mich an Eine Träne rinnt Langsam ins Gras Lebe wohl mein Freund Bis zum nächsten Mal...
Submitted by The Void — Jun 22, 2026
Winde heulen traurig, Stürme schimpfen laut, Roß und Hunde lärmen, Wildes Volk brach auf. Laß die Wäsch heut drinnen! Hörst du der Scharen Sang? Ein toter Krieger ist Ein wahrlich übler Fang. Von Speer und Strick geboren, Dem Menschen nicht mehr gleich, Der Rabe ist ihr Bruder, Ihr Hauptmann ist der Tod. Maskenzauber, wilder Tanz, Fackeln in der Nacht. Sie folgen dem, der "Töter" heißt, Der einst geopfert ward, Durch sich, ihm selbst, welch grausig Tat, Es stürmt das Heer in Schwarz. Die Erde ist ihre Heimat In den Hügeln wohnen sie. Wo Leben und Tod sich begegnen; Wo alles vergeht und gedeiht. Mutter, wer kennt deine Wege? Bist sanft und grausam zugleich. Tausende Wasser wuschen Dein Antlitz seit Anfang der Zeit. Deck den Tisch mit Speisen, Im Sturm hört man die Jagd. Auf das bei dir einkehren, Die Deinen unverzagt.
Submitted by Iron_Wraith — Jun 06, 2026
In Gedanken versunken, voll Zweifel und Harm Allein geh ich meinen Weg. Nur Unflat und Lüge, boshaft und frech, Lachen und starren mich an. Mit Gier wird verdorben was teuer und rein, Vergessen des Glanzes Geheiß. Der Mensch macht Platz der Abart zumal. So laut ist der Tod des Wahren. Mädel, wer bist du, hab dich nie gesehen? Wie Schnee ist die Haut, wie Sonne das Haar. Erleuchte mich mit deinem Lächeln. Die Meute verblaßt, es wird anmutig still. Ich seh ihr noch nach Und Mut keimt in mir. Licht durchdringt mich blendend. So schreite ich weiter der Sonne entgegen; Die Fahne des Mädels treu tragend. Donnernd schallt ein Glockenklang Es klingt mein ganzes Wesen. Gewaltig der Dom, blickt sonnengekrönt auf mich, seinen Krieger hernieder. Ich richte die Arme dem Himmel entgegen Und spüre der Ewigkeit Atem. Der Glocken Klang erklinge, des weißen Asen Horn. Die Sonne ewig scheine dem Volke lichtgeboren.
Submitted by Iron_Wraith — Jun 06, 2026
Zwischen zwei greisen Eichen, im Lichte der sinkenden Sonne, erkannte ich das einsame Paar, traurig und stolz, wie Statuen aus Holz. Der geweihte Herr hält einen Spieß in der Hand, das schwanenweiße Weib an seiner Seite. Federn, so weiß wie Schnee, schmiegen sich im Tanz der Winde, Anmut und Stolz, so traurig und schön. Hohe Herrin des Waldes, dein Gatte der wilde Jäger, strahlend helles Haar, die blauen Augen abgewandt. Tränen rannen mir über die Wangen, ich fiel auf die Knie, da ich die ihren sah. Der Geweihte blickt mich düster an, die Schöne verbirgt ihre Tränen in der Brust ihres Liebsten. Der graue Kauz singt ein Totenlied, Nebel steigt auf und ihr Antlitz verblaßt. Die Schöne verbirgt ihre Tränen, die Tränen des gleißenden Lebens. Volk, es klagt deine Königin, sie weint um dich. Hörst du jammern den alten Baum? Die Esche bebt. Mensch, wo ist nur das Licht von einst geblieben?
Submitted by Iron_Wraith — Jun 06, 2026
Es fließt ein Fluß, "Schrecklich" ist sein Name. Ein Hund verschluckt den Mond und es wird dunkel. Die Toten stehen auf und sind gerüstet, kampfbereit, mit beißendem Eisen. Dreimal folgt der Winter, die Sonne siehst du nicht, Der Himmel, der klafft oben, die Erde unten bricht ! Wenn der Wolf die Fesseln sprengt, ein flammend Schwert die Welt verbrennt, ein schweigend Gott den Vater rächt, dann steht es um das Leben schlecht. Die Sterne hell, fallen auf die Erde. Es verschlingt das Untier jenen Krieger, "Graubart" genannt, so wie einst geschehen, am Anfang der Zeit - Ewig sei das Leben ! Abart und Unrecht, in Flammenglut vergehen, doch der Mutter Antlitz, ein Volk wird wieder sehen! Wenn der Wolf die Fesseln sprengt, ein flammend Schwert die Welt verbrennt, aus dem Urmeer wie zuvor, ein Vogel hebt die Welt empor. Denn wo wir Flammen leuchten sehen, dort wird das Leben neu erstehen !
Submitted by Iron_Wraith — Jun 06, 2026
Oh Feuer des Lebens, berausche mein Wesen! Der Wahrheit schöne Zeichen Trage ich stolz und will sie auch tragen, da todeswund ich sinke. Habt ihr verlernt, zu feiern es recht, des Lebens heiliges Fest? - In Feuer und Blut, gläubig und treu, den Hauch des Ewigen atmend. Der Tod soll kommen, mich Treuen zu krönen, längst bin ich bereit. Grimmes Geschick, ereile mich jäh, - Es wird Zeit zu leben!
Submitted by Iron_Wraith — Jun 06, 2026
[Knut Hamsun] Nej Herregud lad mig ikke forgå i en Seng med Tæpper og Lagener på og med vaate Næser tilhuse. Lad mig rames en Dag uten forutbesked og falde omkuld i Skogen et Sted hvor ingen vil komme og snuse. Jeg kender vel Skogen, jeg er dens Søn, den vil ikke nægte min ringe Bøn at dø på dens tyttebærsumue. Så gir jeg igen, uden Taler og Styr, mit store Kadaver til alle dens Dyr, til Kråke, rotte og Flue. Jojo jeg skal holde en Fest naar jeg dør, en Fest som skal skaffe de Næb og Klør og Tænder endel at bestille. Men Ekornen lægger sit Hode påskrå og ser fra sin Kvist med de Øjne små som Menneskeøjne, den Lille. Så blir der et rigeligt Mål til hver, og endda saa sidder den mætte Hær og piller det gode Taffel. Da ribber tilslut en Ørn mit Skelet, han blir på Stedet til alt er ætt, så trækker han ind sin Gaffel. Og sent på Kvælden og Natten lang der lyder til Ære for Liket en Sang skjøn som av nogen Klokker. Da får jeg min sidste Ovation, for Uglen i egen høje Person vil tude som bare Pokker. Og Resten av hele mit jordiske Støv er dækket ved Gry i en Grav af Løv når sluttet er Nattens Gammen. Farvel, mine Venner! Jeg mætted Jær bra! Men alt dette Løv hvor kommer det fra? Jo Vinden har fejet det sammen.
Submitted by Iron_Wraith — Jun 06, 2026
Schimmernder Strom, der stets Zuflucht mir war, du leidest Unbill, doch wem wird's gewahr? Wie oft hier am Ufer, nur der Wind sah mich stehen, ich lächele sanft, hab dich lang nicht gesehen. Doch du, alter Freund, merkst es doch gleich, das Lächeln ist kalt, das Antlitz mehlweiß. Dein Trost ist warm, doch nüchtern zugleich: "Was wird, muss sein", raunt es aus jenem Reich. So sicher wie deiner Wogen ewiges Spiel, wie sein Wort im Geäst. Grüß mir die Liebste, auf deinem Weg immergleich. Wie ihr wohl ist? Ob sie auch denkt an mich? Schön ist sie wie immer, doch kennt sie mich nicht. Erinnerungen an das, was nie geschah, im Feld ist es einst geschehen. Schneelichtes Weib, einmal Kinder mir schenkt, sie spricht zu mir aus der Linde. So stehe ich stumm, erneut hier bei dir, teile dein Leid, verfluche den Tag und gebe ein Stück dir Geleit.
Submitted by Iron_Wraith — Jun 06, 2026
Schimmernder Strom, der stets Zuflucht mir war, du leidest Unbill, doch wem wird's gewahr? Wie oft hier am Ufer, nur der Wind sah mich stehen, ich lächele sanft, hab dich lang nicht gesehen. Doch du, alter Freund, merkst es doch gleich, das Lächeln ist kalt, das Antlitz mehlweiß. Dein Trost ist warm, doch nüchtern zugleich: "Was wird, muss sein", raunt es aus jenem Reich. So sicher wie deiner Wogen ewiges Spiel, wie sein Wort im Geäst. Grüß mir die Liebste, auf deinem Weg immergleich. Wie ihr wohl ist? Ob sie auch denkt an mich? Schön ist sie wie immer, doch kennt sie mich nicht. Erinnerungen an das, was nie geschah, im Feld ist es einst geschehen. Schneelichtes Weib, einmal Kinder mir schenkt, sie spricht zu mir aus der Linde. So stehe ich stumm, erneut hier bei dir, teile dein Leid, verfluche den Tag und gebe ein Stück dir Geleit.
Submitted by Iron_Wraith — Jun 06, 2026