Kalk
Draußen vor dem Fenster Ertönt das Klagelied der Nacht Der Schmerzensschrei des Windes Hat mich um den Schlaf gebracht Von Nebelgarn umwoben Von Düsternis in Schwarz gehüllt Ist mir das Haus Refugium Als ein Ruf den Raum erfüllt Klopf, klopf, klopf Ich bin der Spalt Klopf, klopf, klopf Ich bin der Der durch deine Jahre hallt Die Milch auf meiner Schwelle Verdorben und verschüttet Kräuter tief im Schlüsselloch Vertrocknet und verdorrt Ich kenne deine Stimme Ich kenne deine Stille Die Worte, die du wählst Sind wie ein Dolch Es kratzt an allen Scheiben Der Kirchturm sanft die Glocke wiegt Als sich mein schwarzer Kater Fordernd an die Türe schmiegt Es ist kein leises Schnurren Das in meinen Ohren tönt Es ist des Teufels Atem Der mich schneidet und verhöhnt Klopf, klopf, klopf Ich bin der Spalt Klopf, klopf, klopf Ich bin der Der durch deine Jahre hallt Ich falle tief und tiefer Misstraue meinen Sinnen Das Licht der Welt Schenkt mir ein „Lebewohl“ Die schönste aller Ruhen Zieht mich in ihre Tiefen Ich rase über Felder Aus Kristall Ich bin der Unendliche Ich bin endlich qualenlos Ich bin der Unsterbliche Hier gehör‘ ich hin Sieben Horizonte Blenden meine Augen Sieben Sonnen Baden mich in Licht Sieben Lebensströme Spenden sieben Kräfte Sieben Münder Stimmen plötzlich an Klopf, klopf, klopf Ich bin der Spalt Klopf, klopf, klopf Ich bin der Der durch deine Jahre hallt Es kratzt an allen Scheiben Sich sanft die Glocke wiegt Es ist nicht die Unendlichkeit Die sich an meine Seele schmiegt Es ist auch nicht Unsterblichkeit Die tosend durch die Träume dröhnt Es ist ein leises Maunzen Das mich schneidet und verhöhnt Klopf, klopf, klopf Klopf, klopf, klopf Klopf, klopf, klopf Klopf, klopf, klopf Klopf, klopf, klopf (Klopf, klopf, klopf) Klopf, klopf, klopf Ich bin der Spalt Klopf, klopf, klopf Ich bin der Der durch deine Jahre hallt
Submitted by Dahmers Fridge — Apr 26, 2025
Entsprungen aus der Erde Archaisch scharfer Krallen Ein Zeuge der Gezeiten Aus Muscheln und Korallen Geboren, um zu formen Gebirge, stolz, erhaben Geboren zu besänftigen Der Flüsse reiche Gaben Steht er, der Herr der Mauern So fest und unerschrocken Verbindet siegreich Steine Baut Städte, stark und trocken Und ist nach all den Jahren Wenn er auf Hände trifft Vergänglicher Poet Und bester Freund der Schrift Er ist nach all den Jahren Wenn er auf Hände trifft Vergänglicher Poet Der Liebhaber der Schrift Wie viele Worte? Wie viele Stunden? Wie viele Tafeln? Wie viele Sekunden? So viele Formeln So viele Gedichte So viel Erinnerung So viel Geschichte Wie viele Worte? Wie viele Stunden? Wie viele Tafeln? Wie viele Sekunden? Dank dir? So viele Formeln So viele Gedichte So viel Erinnerung So viel Geschichte Dank dir? Herr der Steine Unerschrocken Herr der Mauern Stark und trocken Herr der Steine Unerschrocken Herr der Mauern Stark und trocken Entsprungen aus der Erde Archaisch scharfer Krallen Buhlst du, obwohl du atmen lässt Stets um des Todes Gunst? Und bist trotz allen Edelmuts Ein Meister der Verwandlungskunst? Auf abertausend Körper Ist dein Puderstaub gefallen Stein zu Staub, Staub zu Stein Ein Dichter ohnegleichen Dein Nutzen, deine Schönheit Unbeschreiblich, ohne Namen Wie jene, die dein Antlitz sah‘n Mit ihm ums Leben kamen Oh, vergänglicher Poet Und weißer Liebhaber der Leichen
Submitted by The Void — Apr 26, 2025
Komm in meinen Keller Träume werden wahr Alle deine Freunde Sie sind auch schon da Komm und lass uns spielen Mama will es auch All die Schokolade Muss in deinen Bauch Friss Friss sie auf Friss Hör nicht auf zu kauen Du musst schlucken Gib nicht auf Friss Friss sie auf Friss Friss den ganzen Eimer Alle Engel Schmecken süß Ich mag junge Lippen Doch ich mag sie nur Mit vielen bunten Streuseln Und Karamellglasur Ich mag deine Nägel Lack wie Zuckerguss Hörst du, wie sie knirschen? Gib mir einen Kuss Komm Komm Komm Komm Komm Komm Komm Komm Friss (Hallo?) (Hallo, Herr Maskenmann?) Friss sie auf (Herr Maskenmann?) (Lassen Sie mich hier ‘raus) Friss (Herr Maskenmann) (Ich mag das Spiel nicht) (Herr Maskenmann) (Das, das ist jetzt) (Wirklich kein Spaß mehr) Friss (Herr Maskenmann?) Friss sie auf (Ich will hier ‘raus) (Herr Maskenmann) Friss (Lassen Sie mich) (Endlich ‘raus) (Lass mich ‘raus) Friss
Submitted by Immortal — Apr 26, 2025
Geschlagen von der Scherbe Scharf und kalt Klafft gläsern eine Wunde Tief und alt Sie bettelt um Erlösung Wächst mit jedem Schritt Wer einmal in die Wunde fällt Kehrt niemals zurück Wenn sich die Sterne dehnen Umhüllt von schwarzer Nacht Dann funkelt auch die Wunde Unschuldig und sacht Die Worte meiner Wunden Sind stinkendes Gewölle Die Münder meines Fleisches Sind das Tor zur Hölle Geschlagen von der Scherbe Die er einst zu sich rief Klafft glänzend eine Wunde Wie ein Liebesbrief Sie öffnet nachts ihr Mündlein Bis auf den Knochen Und flüstert in das Ohr: „Die Scherbe hat gesprochen“ Scherbenloch Kaltes Scherbenloch Es öffnet weit das Mündlein Bis auf den Knochen Scherbenloch Kaltes Scherbenloch Es öffnet weit das Mündlein Bis auf den Knochen Scherbenloch Kaltes Scherbenloch Es flüstert in dein Ohr: „Die Scherbe hat gesprochen“
Submitted by MetalElf — Apr 26, 2025
Nun liegst du da Du bist so schön Keines von den and‘ren Kindern Hat dich so wie ich geseh‘n Ich schlag‘ dich auf Du bist mein Buch Ich lese in dir, meine Decke Ist dein Leichentuch Hier unterm Dach Bei Kerzenschein: Die Geheimnisse des Lebens Blütensauber, lupenrein Mit jedem Schnitt Mit ruhiger Hand Entdecke ich dein Innerstes Ein fremdes, feuchtes Land Ich schneid‘ dich auf Ich näh‘ dich zu Ich lass‘ dich niemals Niemals mehr in Ruh‘ Ich schneid‘ dich auf Ich leer‘ dich aus Ich hol‘ das Beste Das Beste aus dir ‘raus
Submitted by BloodShrine — Apr 26, 2025
Die Wahrheit ist flüchtig Sie scheut jeden Blick Du jagst ihren Schatten Ein Maskengesicht Mit rasselndem Atem Und großem Geschick Die Grenzen verschwimmen Du findest mich nicht Die Spiegel der Seele Sie bersten entzwei Ein Tanz auf den Scherben Der Tod wünscht dir Glück Mit Händen aus Gold Doch mit Schuhen aus Blei Die Antwort bleibt lachend Im Trugbild zurück Die Welt ist mein Schauspiel So mach dich bereit Kein Tag sei zu lang Keine Straße zu weit Wenn Stimmen verhallen Dein Wille zerbricht Wenn Grenzen verschwimmen Du findest mich nicht Dies ist meine Bühne Nichts ist, wie es scheint Zum Staunen geboren Im Scheitern vereint Ich war deine Zeit Wenn dein Wille zerbricht Ein endloses Wandern Du findest mich nicht
Submitted by Morgoth — Apr 26, 2025