Urzeitgeist
Über verlass'ne Mooresweite Wo der Wunderberg sich hebt Ist die Welt in mir im Streite Dem Drang, der zum Urgrund strebt Die Herrschaftsgier, der Völker Wirren Der täglich' Lärm erdrückt mich schier Doch hier, entrückt vom Waffenklirren Ruht wahre Herrschaft tief in mir Der Alten Zwang, der Jungen Hast Ist von falschem Begehr erfüllt Erstirbt ihr Ruf, löst sich die Last Im Klaren Blick sich Glück enthüllt Einsam ist's durchs Moor zu geh'n Manch' alter Pfad ins Unheil mündet Drohend' Schatten durchs Dickicht zieh'n Ein raunend' Wind Verderben kündet Beistand aus des Narren Munde Ist wie ein Irrlicht in finst'rem Moor Nur eig'ne Stärke führt empor Über verlass'ne Mooresweite Erklimm' ich mancher Gipfel Fluh Des klaren Mondes Weg begleite Wer lauschen kann der inn'ren Ruh
Submitted by VladTheImpaler666 — Jul 01, 2026
Zwischen den Welten Wo die Felsen schroff den Himmel berühr'n Auf den Spuren der Kelten Lässt mich der Berg seinen Zauber spür'n Millionen Jahre bevor Der Menschen Rasse zu sprießen begann Wirkte schon der Steine Magie Die der unsichtbaren Welt entsprang Urzeitgeist, Wеisheit in der Tiefе des Seins Urzeitgeist, wahres Leben wird uns bewusst Am Ende der Zeiten Bleibt keines uns'rer Werke besteh'n Daher nutzt die Weiten Des Daseins, um dahinter zu seh'n Hinter den Schleier der Zeit Ruht der Moment im Zauber der Nacht Bald schon ist es soweit Dass ewige Klarheit zum Leben erwacht Urzeitgeist, Weisheit in der Tiefe des Seins Urzeitgeist, wahres Leben wird uns bewusst
Submitted by VladTheImpaler666 — Jul 01, 2026
In einer finst'ren Thomasnacht Kam ich aus der Anderswelt Aus wilder Jagd hervorgebracht War seltsam Schicksal mir bestellt Ein Zweitgesicht ward mir beschieden Ragend in das Geisterreich Find ich auf Erden keinen Frieden Führ' mein Leben Untoten gleich Werd' bezeugen, niemals leugnen Schicksal sprechen, niemals brechen Zwischen den Jahren öffnet sich das Tor Alte Seelen kehren wieder mit dem Wind Hingegeben schwebe ich empor Eins mit allen Welten, Rauhnachtskind Der taumelnd' Mensch in der Tat und Zaudern Blindlings hastet durch die Zeit Erspäh' das Weltenlos mit Schaudern Des Schicksalswissens stumm' Geleit Der Hellsicht Wallung kennt kein Halten Doch greift die helfend' Hand ins Leer' Unvermeidlich des Geschickes Walten Kennt kein Entrinnen, keine Wehr Menschlich' Antlitz, und doch nicht euresgleichen Kann ich euer Treiben nicht versteh'n Lebt nicht im Einklang und achtet nicht der Zeichen Weltentwurzelt werdet ihr vergeh'n
Submitted by VladTheImpaler666 — Jul 01, 2026
An trostlos kahlen Tagen, an dumpfer Menschen Ort Zieht rastlos nagend' Drang mich von hohlem Tagwerk fort Ein letzter Blick, ein stiller Abschiedsgruß Lebe wohl, trautes Heim, nun muss ich geh'n Muss den Winden folgen und ferne Gipfel seh'n Der kahlen Bäume Totensprache Stimmt ein in klamme Frostwindlieder Des Winters Hauch liegt auf den Wäldern Und fährt in eiserstarrtе Glieder Das Heer der Nеbelgeister Lädt mich in stille Weiten ein Kein nah, kein fern, nicht alt, nicht jung Ein jedes Ding hier ist allein Die Kälte kriecht in alle Winkel Umschließt mein längst verlor'nes Herz Doch ist's, als ob des Frostes Schneiden Mein Leben trennt vom Weltenschmerz An kahlen Tagen, an lichtverlor'nem Ort Zieht rastlos nagend' Drang mich vom tristen Leben fort Ein letzter Blick, ein stiller Abschiedsgruß Ein letzter Blick, ein stiller Abschiedsgruß Lebe wohl, trautes Heim, nun muss ich geh'n Muss den Winden folgen und ferne Gipfel seh'n Wo Felsen thronen und Stürme wohnen Erwacht die Urkraft, fährt auf mich nieder Die Blitze zucken über den Gipfeln Der Winde Brausen hallt mir wider Naturgewalt, ich kehre heim Oh Weltenseele, ich bin dein Verlösch' mein Licht, nimm mich zurück Als Teil von dir find' ich mein Glück Hab deine Stimme stets gehört Durch all den Lärm, der doch nur stört Nun stimm' ich ein ins ew'ge Lied Bin eins mit allem, was geschieht
Submitted by VladTheImpaler666 — Jul 01, 2026
Gleich einem Sturmwind braust sie heran Die wilde Jagd in den Lüften Mit Donnergroll fährt sie hernieder Über den Wald zu den Gehöften Der Schoß des Untersberges tut sich auf Das Heer der Toten ist befreit Wer nächtlich wandernd dem Spuk begegnet Ist unrettbat dem Tode geweiht "Ihr sollt keine Tränen vergießen um eure Toten, denn sie müssen jede Träne in einem Krug aufsammeln, bis dieser immer schwerer wird und überlauft. Wer seine Toten nicht mehr beweint, gibt ihre Namen in die Anderswelt. Sie werden auf euch warten, um eines Tages Seite an Seite mit euch durch die Nacht zu reiten." Geisterreiter, zieh' mich empor Ich stimme ein in den Totenchor Bin bereit, möchte mich erheben In ein neues, größ'res Leben
Submitted by VladTheImpaler666 — Jul 01, 2026
Altersgrau und sagenumwoben Blickt der Turm ins Land, ins traut' Stolz und trutzig wie die Kelten Die vor Zeiten ihn erbaut Irrblöck rings und finst're Tannen Ahnenschanz und Burgruin Unter Farn das dust're Nirloch Mit dem Zeitentor darin Und der Untersberg, der Riese Hallet weit das Echo nach Still! Du rufst im Felsenschlosse Sonst die Schar der Geister wach
Submitted by VladTheImpaler666 — Jul 01, 2026
In sel'ger Selbstvergessenheit Gefährte Wind und Bäume nur Rankend hin zur Ewigkeit Denkverloren Allnatur Des Waldes sanftes Blätterwiegen Schlägt sacht der Seele Harfe an Befreite Geister heimwärts fliegen Zu lichter Höhen Weltenbann Oh zaghaft tastend höh'rer Sinn Lausch gestatlos' Vorzeitraunen Web des Schicksals Urgespinn In der leisen Ahnung Staunen Der Stille Kathedralenbauten Erfüllt von traumvergess'nem Schein Schon alter Völker Weise schauten Entrückt dem schmerzverzerrten Sein Weltliches Treiben ist vergänglich Wenn nicht von Wahrhaftigkeit beseelt Wer dem höchsten nicht empfänglich Hat seinen Lebenssinn verfehlt
Submitted by VladTheImpaler666 — Jul 01, 2026
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