Demiurg
Blendung durch dein Auge Täuschung durch dein Wort Linderung ihr Gebet Vergebliches Warten auf Licht Allein müßig nur ihr harrt Trost ihr Hoffen Ihr Klagen unerhört Und nähret euch von der Toren Hauch und Opfer Nichts edel an dir und gut tückischer denn Schlangenbrut reizt trügerisch das Irdische mit hohlem Werk und Trug Muss ich mich schämen Dass ich euch schuf Elysion auf Erden Muss ich mich schelten Dass ich gab und nahm nur was gerecht? Mit schwächster Hand gelenkt entfachst du glänzend Sehnen nun dürsten sie nach deiner Gunst doch presst du sie schrankenlos wie kläglich aus grauem Wolkenzelt (du gabst) so soll dein Lohn nun sein wie achtlos dein Auge wandert so blind sind wir für dich So karg der Dank, so arm der Preis Nun sollt ihr kläglich zittern Ein letztes Flackern, hoffnungslos ein Leben lang verbittern Der Scheit glimmt verheißend Gold strömt laut in kalt gewähnte Heime Funken füllen unser Herz mit hoffnungsvollen Träumen Die Glut entfacht ein Sehnen Verschüttet unter Scherben Wer Himmels Groll erregt Hängt immerdar verloren Die ew’ge Buße auferlegt Nun bebt, ihr schlaffen Toren Dein Name immerfort erkaltet Kahl wetzt mein klirrend Glutwind Mut starrt an den Stein den Flammenräuber Und ew’ger Schatten Lodern stillt Aus grauem Himmel brechen Schwingen Und rauschen bergwärts meinem Blute Entgegen mir mit glänzend Lidern Die Klauen senkt in glühend Mitte Und Hitze reißt aus meiner Brust Ein stummer Zeuge meines Lohns Wetzt Regen, Wind und Schnee den Fels Hängt auch mein Fleisch in ehern‘ Ketten Wird Tag um Tag die Flamme kleiner Doch Nacht nie ganz den Funken löscht
Submitted by Warbringer — Jul 21, 2026