Mysterium Tremendum
Den Farben der Dämmerung geboren Sieh, wie sie wittern und weben Und schreiten im Firn, empor, empor Den Sonnwendnächten entgegen Feuer im Hain, der Altäre reich Und sonderbarer Namen Mit Kalk und Blut und glühender Stirn Brennen die alten Narben Und warum kräht plötzlich der Hahn? Mitten in der Nacht Mit dem Leuchten der Sterne Bricht der Mysterien hohe Stunde Durch firmamente Ferne Über das Erdenrund herein Wie aus weißen Wundmalen Blutet ihr Licht aufs Moos Das selber trieft und tropft Im nokturnen Schoß der Welten Und warum kräht plötzlich der Hahn? Mitten in der Nacht So zerreißt die älteste Erinnerung der Seele Die kosmische Stille Mit einem mächtigen Herzschlag Der das Blut wieder vereinigt Niederkunft! Ich bin ein Medium Ein durchzittertes Klangholz Aus amethystfarbenen Wogen Geborener Im Ritzen und Raunen Erklungener Mich spielt dunkel die Musik der Nächte In perkussiver Zellteilung In tosenden Wolfstänzen Tauchend in Flüssen ritualisierter Geburt Fauchend, dort, wo die Begriffe versiegen Nach dem letzten Wort Da bleibt die Theorie Der Feind des Mysteriums
Submitted by VladTheImpaler666 — Jun 27, 2026
Das Siechtum traumloser Näcthe Liegt über den Gärten der Erde In denen der Albdruck der Götterstummheit Die morschen Gemüter mahlt Unser Horchen ist nicht mehr so wie einst Kreisend um dunkle Selbstvergessenheit Die Götter schlafwandeln In den grauen Fluss des Vergessens Voll Trunkenheit vom Nachtgesang Und des letzten Hauches tiefer Schlucke Unser Horchen ist nicht mehr so wie einst Kreisend um dunkle Selbstvergessenheit Es bebt im schizoiden Herz des Ungetüms Seine Himmel züngeln mit Gewürm An den Pforten der Zeitenwende Wird den Blutenden in die Wunden gegriffen Während ihr scharlachrotes Tränenmeer Unvordenkliche Lieder in sich schluckt Knochige Finger renken sich Klaustrophobisch hautumspannt Nach deinen Himmeln, die züngeln mit Gewürm Oh, du kummervoller Hirte, du Trostloser Du ewig Abgewandter Du Verborgener, Du Friedloser, Du Nimmersatt Du Qual ohne Ende Du stummer König Der die Armut der Seele kennt Es bebt in deinem Herzen Deine Himmel züngeln mit Gewürm Du mit Gier und Speichel ornamentierter Schlund
Submitted by VladTheImpaler666 — Jun 27, 2026
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Dein Hagel, ein Flüstern, ein Fressen Mit tausend Klingen Du Peitscher der Eschen! Ihre Blüten zu Boden zu werfen In deinen Weltall Schoß Die Gewölbe zu betreten Gleißendes Geheimnis, dein Antlitz Ragt aus dem Kristallnebelschleier Ich gieße dich in den Krug, der ich bin Trinkеnd von vorgeburtlicher Leere Kommе Hagal! Komme Haal! Wirf deine Schauer in die Erde! Heil Halga! Heil Galga! Unsaft gurgelt dein Schlund die Stürme Dein Hagel, ein Flüstern, ein Fressen Mit tausend Klingen Du Peitscher der Eschen! Ihre Blüten zu Boden zu werfen In deinen Weltall Schoß Die Gewölbe zu betreten Hagal! Winterrune Hagal! Kaltes Kreuz "Hagal is das kalte Korn Und Kristallschauer Und der Schlange Sterbekreuz"
Submitted by VladTheImpaler666 — Jun 27, 2026
Es rufen uns die langen Marmorfinger der Monumente In die Schatten ihrer Szepter An den Fuß der Paläste Während ihr Zorn die Wipfel des Waldes peitscht Dort, wo wir die nächste Runde schwarzen Wein Aus den Kelchen in die Kehle gießen Und gar trunken von seiner Gewissheit Die Bücher schließеn In erloschenem Licht, dort, wo unsеre Seelen schlafen Jedes Mausoleum eurer Zeit hat uns ausgespuckt So werft unsere Körper in die Schluchten! Tragt unsere Herzen zu Berge! Allein reißende Ströme un Schlamm sind die Särge Die uns halten Ich spüre den Wind Auf der Haut in der ich bin Doch bin ich nicht mehr der Mann Den du kennst Und ja, ich wohne in Stürmen! Ihr Apokalpytiker der Städte seid nichts gegen mich Mit meinem Federstrich zittern die Türme In der Ferne und ängstlich wabert ihr Licht Ich spüre den Wind Auf der Haut in der ich bin Doch bin ich nicht mehr der Mann Den du kennst Aus der Dämmerung dick triefende Verheißung Weist mitten in die Herbstnächte Entlang einer unwegsamen Spur Ins Unterholz der Erde Über ihre mantisch überwucherten Böden Zieht sich ein Film von Blut In bebender Fruchtbarkeit zu empfangen Semilanceatas Kunde Die Welt ruht tief im Unerkannten Vom vergilbten Pergament der Priester nie ummantelt Es heißt "etwas" oder "nichts", Streit oder Tod Großer Kosmos, das ist deine Harmonie Der Schrecken der Erde und die Hörner des Todes Und Fruchtbare Felder im Frühling Ich spüre den Wind Auf der Haut in der ich bin Doch bin ich nicht mehr der Mann Den du kennst
Submitted by VladTheImpaler666 — Jun 27, 2026
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Erkenne dich selbst im Flehen Der knochigen Glieder kahler Birken In der Schwermut winterlicher Flure Oh, so schwer Erkenne dich selbst Da die Einsamkeit der Gebirge In Deiner leeren Brust widerhallt Oh, so leer Erkenne dich selbst in der tiefen Sorge Die sich in das unsagbare Alter Der Klippen gegraben hat Oh, so alt Von der Gischt der geifernden Meere umschäumt Ruhen vulkanische Inseln Darauf die Sträucher, zum Himmel gestreckt Oh, so weit entfernt Der Fels ist gleich mit sich Dem Schlund der Ozeane ist nichts fremd Nur einer wandelt immer blind Mit blutverschmierten Füßen Asche Staub Flehen Existenz Wo der Schmerz zerschlitzter Sohlen sagt: Er ist anders von der Welt Wo Träume ihn geißeln und zeigen Er ist nicht gleich mit sich selbst Am Fuße der Berge In schroffen Falten des Planeten Das Antlitz rostbrauner Hügel umrahmt Augen aus smaragdenem See, in Frieden Asche Staub Flehen Existenz Und wisse, Zerrissener: Die Erde erkennt sich nicht in dir! Seltsamer, Anderer, der da geht Mit den Malen der Verbannung Ungekosteter Friede verwehrt sich In den verschränkten Armen der Wälder Dunkel umsäumte Hügel verleugnen dich In ihrer Einheit anderer Art Wir nehmen nur deine Asche, nicht deine Angst Wir Hüter der ungebrochenen Siegel der Erlösung Knochensplitter im Auge Und Schwarze Fahnen Da ist ein Pfad im Hochmoor, ins Innere Eine Haut mit Duft wie Honig Eine Sehnsucht mit verwesendem Namen Worüber aschene Zungen klagen Und wisse, Zerrissener: Die Erde erkennt sich nicht in dir! Seltsamer, Anderer, der da geht Mit den Malen der Verbannung Da ist ein Pfad im Hochmoor, ins Innere Eine Haut mit Duft wie Honig Eine Sehnsucht mit verwesendem Namen Worüber aschene Zungen klagen Schwarze Urwasser würgen das Land Die Enge der rasenden Gewalt der Erde Schnürt sich selbst an der Kehle Die keuchende Gaia, abgewandt Doch in Frieden Und wisse, Zerrissener: Ihr Friede erkennt sich nicht in dir!
Submitted by VladTheImpaler666 — Jun 27, 2026