Werk 1: Nachtfall / Opus 1: Nightfall
Roslin, ach Roslin Wärst du nur mein Würd alles dafür geben Dein Mann zu sein Wenn ich mich nachts zur Ruhe bette Dann denk ich nur an dich Und wenn ich morgens aufwach Seh ich vor mir dein Gesicht Doch leider nur in meinen Träumen Verzehr ich mich für deine Wärme Mich würdigst du keines Blickes Ich lieb dich nur von ferne Geh jeden Abend in "Den goldenen Krug" Wo du der Kundschaft jeden Wunsch erfüllst Leere Glas um Glas Mein Blick nur dir gebührt Doch heute nacht wird alles ändern Nehme all den Mut zusammen Werd meine Liebe dir gestehen Lässt mein Herz so heiß entflammen Warte vor der Kneipe auf die Eine Nach Dienstschluss folg ich ihr entschlossen Sie sieht mich nicht, sie eilt davon Als hätte sie ein Ziel vor augen Nah dem Friedhof macht sie Halt Nähere mich, doch bleib verborgen Da tritt jemand auf sie zu Und nimmt sie zärtlich in den Arm Mein Herz schlägt mir bis zum Hals Als ich den Mann dort vorn erkenne Es ist der Hand, der Sohn vom Schmied Der meiner Roslin Küsse schenkt Wende mich ab und lauf davon Meine Welt zerbricht in Stücke Roslin wird mich niemals lieben Doch niemand sonst soll sie besitzen Niemand sonst Niemand!!! Am nächsten Abend wart ich schon Wo gestern sich die zwei getroffen Doch etwas hab ich mitgebracht Als Geschenk zur Hochzeitsnacht Hans ist bald als Erster da Schleiche mich von hinten an Schlag ihm die Axt fest in den Schädel Und Roslin ist als Nächste dran Sie naht alsbald, sie sieht den Hans Doch bevor sie schreien kann Packe ich sie mit fester Hand Und halte ihren Atem an Als der Morgen graut, findet man sie Drei Leichen nah dem Friedhofsacker Den Sohn vom Schmied hat man erschlagen Und vor der Eiche aufgebahrt Doch dort oben hängen zweie Hand in Hand an einem Strick Die schöne Roslin und der Bauer Sie brach sein Herz, er ihr Genick Roslin, ach Roslin Nun bist du mein Hab mein Leben dafür gegeben Mit dir tot zu sein
Submitted by Iron_Wraith — Jun 14, 2026
Roslin, ach Roslin Wärst du nur mein Würd alles dafür geben Dein Mann zu sein Wenn ich mich nachts zur Ruhe bette Dann denk ich nur an dich Und wenn ich morgens aufwach Seh ich vor mir dein Gesicht Doch leider nur in meinen Träumen Verzehr ich mich für deine Wärme Mich würdigst du keines Blickes Ich lieb dich nur von ferne Geh jeden Abend in "Den goldenen Krug" Wo du der Kundschaft jeden Wunsch erfüllst Leere Glas um Glas Mein Blick nur dir gebührt Doch heute nacht wird alles ändern Nehme all den Mut zusammen Werd meine Liebe dir gestehen Lässt mein Herz so heiß entflammen Warte vor der Kneipe auf die Eine Nach Dienstschluss folg ich ihr entschlossen Sie sieht mich nicht, sie eilt davon Als hätte sie ein Ziel vor augen Nah dem Friedhof macht sie Halt Nähere mich, doch bleib verborgen Da tritt jemand auf sie zu Und nimmt sie zärtlich in den Arm Mein Herz schlägt mir bis zum Hals Als ich den Mann dort vorn erkenne Es ist der Hand, der Sohn vom Schmied Der meiner Roslin Küsse schenkt Wende mich ab und lauf davon Meine Welt zerbricht in Stücke Roslin wird mich niemals lieben Doch niemand sonst soll sie besitzen Niemand sonst Niemand!!! Am nächsten Abend wart ich schon Wo gestern sich die zwei getroffen Doch etwas hab ich mitgebracht Als Geschenk zur Hochzeitsnacht Hans ist bald als Erster da Schleiche mich von hinten an Schlag ihm die Axt fest in den Schädel Und Roslin ist als Nächste dran Sie naht alsbald, sie sieht den Hans Doch bevor sie schreien kann Packe ich sie mit fester Hand Und halte ihren Atem an Als der Morgen graut, findet man sie Drei Leichen nah dem Friedhofsacker Den Sohn vom Schmied hat man erschlagen Und vor der Eiche aufgebahrt Doch dort oben hängen zweie Hand in Hand an einem Strick Die schöne Roslin und der Bauer Sie brach sein Herz, er ihr Genick Roslin, ach Roslin Nun bist du mein Hab mein Leben dafür gegeben Mit dir tot zu sein
Submitted by Iron_Wraith — Jun 14, 2026
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Ich hab nur einen Freund Sein Name - ist Benzin... Tief in mir drinnen lodert Glut Verzehrt mich viele Jahre schon Ich atme Feuer, trinke Qualm Und gieße Asche in mein Blut Marienbad könnt so schön sein Würd es im Funkenregen schrei'n Dieser Traum wird heute wahr Weil ich kurz in die Zukunft sah Ich sah mich mit meinem Freund Benzin Hand in Hand Im Mondlicht dunkel glüh'n Ein Zündholz ist mein Federkiel Mit ihm schreib ich Geschichte neu Erhell die Nacht Lass Brände sprießen - Lass Feuer aus mir fließen Lass Flammen Aus meinen Händen schießen Oh die Menschen in den Betten Heißkalt erwischt In seel'gem Schlummer Ich bin mit meinem Freund Den ganzen Weg allein gegangen Bis hier hin Bis zum letzten Wegepunkt Bis hin zum Ziel Oh wie sie schreien Sich winden im Reigen Sie tanzen in den Flammen Bis sie sich verneigen Sich nie mehr erheben Ich nahm ihre Leben Beende ihre Not Schenk heiligen Tod Und wer den Flammen entkommt Wird mich nie vergessen Jenen, der die Feuer entfachte Und seinen Freund Benzin Nach Marienbad brachte... BENZIN!
Submitted by Iron_Wraith — Jun 14, 2026
Es waren bittere Zeiten Vor nunmehr fast 70 Jahren Die ganze Welt im Krieg gefangen Und Menschen wurden deportiert In Züge eingepfercht wie Tiere Auf ihrem Weg in Arbeitslager Sie wussten nicht mal was ihnen blüht Dass Tod am Ende ihrer Reise wartet Ende '44 kam ein Zug an In Marienbad im Bahnhof Der Zug sollte über Nacht dort stehen Weil die Deutschen feiern wollten So zogen sie im Wirtshaus Los Und keiner blieb am Zug als Wache Dort waren 116 Menschen eingesperrt Im fünf Wagons bei Eiseskälte Was dann geschah, kann man nicht sagen Schreie und Schüsse in der Nacht Gegen Morgen sturzbetrunken Kehrten zum Zug die Deutschen zurück Sie fanden dort fünf leere Wagen Blut war praktisch überall Mit einem Offizier, der leise lächelt Verließ der Zug Marienbad Und keiner stellte mehr die Frage Was geschah in jener Nacht In der so viele Menschen verschwanden Als hätten sie nie existiert Was war dort geschehen? Niemand hat etwas gesehen Und wer beteiligt war, wird schweigen Weil es keine Worte gibt, die das bezeugen können Was in jener Nacht geschah Wo der Zug im Bahnhof lag Als eine Meute Männer ihn betrat Blanker Hass in ihren Augen Und Gewehre in der Hand Viele Dutzend Schüsse gellten Und dann wurde fortgebracht Was von über 100 Menschen blieb In jener Nacht Und am nächsten Wintermorgen Kehrte der Zug verwaist zurück Die deutschen Soldaten waren an Bord Ihre Gefangenen waren fort Als der Krieg sein Ende fand Kamen die Russen nach Marienbad Sie brauchten nicht lange danach zu suchen Fanden alsbald ein Massengrab Nur wenige Meter vom Bahnhof entfernt In einem Waldstück, nicht wirklich versteckt Dutzende Leichen, eilig verschart Mit einer Schicht Kalk und Astwerk bedeckt Man schrieb diese Tat den Deutschen zu Doch kein Soldat hatte Anteil daran Was mit jenen armen Seelen geschah Die Marienbads Bahnhof nie lebend verließen Was war dort geschehen? Niemand hat etwas gesehen Und wer beteiligt war, wird schweigen Weil es keine Worte gibt, die das bezeugen können Was in jener Nacht geschah Wo der Zug im Bahnhof lag Was in jener Nacht geschah Im Bahnhof von Marienbad
Submitted by Iron_Wraith — Jun 14, 2026
Geh nicht in die gelbe Villa Oben auf dem Rebenberg 20 Jahre steht sie leer Findet keinen Mieter mehr Wir haben sie betreten Jene Mauern, meist bei Nacht Haben einen Weg gesucht Der ihren Herzschlag ruhig macht Wenn man sie findet Meist nach Tagen In ihrem Blut reich verziert Die Augen leer, nach innen blickend Und finden keine Richtung mehr Ich hab es satt, mein eigenes Leben Die Einsamkeit hat mich zerstört Will nicht länger stumm erzählen Bis mein Leid ein Ende hat Ich lege es in die eigenen Hände Hab nun vor mir den Strick geknüpft Werd mir heut den Nacken brechen Und dann endlich hat es Ruhe Mein Ziel ist klar Die Sinne scharf Regen peitscht kalt ins Gesicht Bin auf dem Weg zu jener Villa Ein Morgen gibt es für mich nicht Ich trete ein, bin fest entschlossen Geh nach oben bis zum Geländer Binde dort mein Stricklein an Damit ich daran baumeln kann Fühlt sich gut an! Fühlt sich richtig an! Hab keine Angst Wovor denn auch? Hole einmal nur noch Luft Lass die Ruhe auf mich wirken Werde gleich ein Teil von ihr Unter mir der Marmorboden Steig aufs Geländer Lächle sacht Alles, was mir Qual bereitet Endet jetzt in dieser Nacht Tritt vor!
Submitted by Iron_Wraith — Jun 14, 2026
Marienbad wird fallen Sie haben es beschlossen Als ich davon erfahren hab Hat es mich tief ins Mark getroffen Die ganze Stadt wird umgesiedelt Ein Stausee soll entstehen Wo meine Stadt im Tale ruht Marienbad wird untergehen Hier, wo meine Wiege stand Wo ich mein Leben gut verbrachte Wird bald nichts mehr davon zeugen Was Heimat für mich ist Meine Stadt wird zum Grab Wollte sollte ich denn hin? Bin seit 70 Jahren Teil von Dir! Und werde nicht von Deiner Seite weichen Werde mit dir untergehen Wenn das Wasser kommt Dann werd ich es als Erster sehen Wenn die Fluten sich ergießen Werd ich auf deinem Marktplatz stehen Marienbad wird fallen Und ich werde mit ihm gehen Hab mein Leben hier verbracht Und werde niemals von dir weichen Folge dir bis in die Nacht Die für immer wärt Vom Wasserwall begraben Für alle Zeit Heute ist der Tag Heute wirds geschehen Doch ich bin nicht alleine Zu zwölft werden wir das Ende sehen Sie alle sind wie ich - Kinder Marienbads Nicht bereit, von dir zu weichen Wir hören die Explosion Nur ein paar Augenblicke noch Dann wird alles enden Ein Tosen füllt die Luft Zwölfe stehen im Kreise Hand in Hand mit festem Blick Sie wollten uns vertreiben Doch wir weichen nicht zurück Bezahlen bar mit unserem Leben Der Tod ist ein guter Preis Um hier bei dir zu sein Nun hat die Flut mich erreicht Füllt eiseskalt die Lungen Trifft mich wie ein Fausthieb Reißt mich brüllend fort Als das Wasser kam Da hab ich es zuerst gesehen Als die Fluten sich ergossen Wollt ich in deiner Mitte stehen Marienbad - gefallen Bin für immer Teil von dir Werd im Dunkeln bei dir bleiben Bis in alle Ewigkeit Folge dir bis in die Nacht Die für immer wärt Vom Wasserwall begraben Für alle Zeit
Submitted by Iron_Wraith — Jun 14, 2026
Kannst du es spüren? Kannst du es hören? Nur wie ein Hauch, kaum wahrnehmbar Und doch weht hier ein kalter Wind So viele Jahre sind vergangen Seit das Tal verschwand für immer Und ein Stausee dort entstand Wo Marienbad einst lag Dort unten in der Tiefe Von den Fluten mitgerissen Ruh'n 12 Menschen kalt im Grab Haben selbst den Tod gewählt Man wollte jenes Dort vernichten Das so seltsam für sie war Wo so viele Menschen starben Durch eig`ne Hand, Jahr für Jahr Getilgt vom Angesicht der Erde Tief versteckt im Bauch des Sees Doch manches kann man nicht vergraben Wenn es nicht in Frieden ruht Jene Mauern mögen faulen In tiefster Nacht und ungeseh`n Doch werden nie gänzlich fallen Werden in Schwärze aufrecht steh`n Und selbst bei Tageslicht Knapp unter Dammkrone Wenn du dich konzentrierst Kannst du es selber spür`n Hier weht ein sanfter Hauch Steigt aus der Flut empor Streichelt dir die Haut Und frisst sich leise in dein Ohr Ein Verlangen macht sich breit Einfach tiefer zu geh`n In die Fluten zu steigen Um Marienbad zu seh`n Lass die Welt einfach zurück Sei bereit für diesen Schritt Für diesen einen Weg Der dich tiefer zu und trägt Steig tief hinab - Steig zu und ins Wassergrab Was hat dir denn die Welt zu bieten Außer Trug und falschen Schein Sei einmal nur ganz ehrlich: Willst du Teil davon sein? Hier bei uns findest du Ruhe Streif die Hektik einfach ab Halte inne, ture Buße Finde Frieden hier im Grab Finde den rechten Weg - Und spring endlich vom Steg Halte nicht dem Atem an Nimm das Wasser in die auf Fülle dir damit Lungen Und lass dem Schicksal seinen Lauf
Submitted by Iron_Wraith — Jun 14, 2026
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