Malstrom
Endlich hat es aufgehört zu regnen und Nacht bricht ein Der Ereignishorizont zerschellt am Firmament und ich sehe nichts als Sterne Draußen vor den Toren tobt seit Tagen schon ein Sturm Doch das Licht der Sterne, so hell es auch scheinen mag, den Weg zurück, weist es mir nicht Bringt mich nach Hause! Lass es geschehen Marie, weil es ja doch kein Morgen gibt Lass es geschehen, da höchstens im Tod noch Frieden liegt Wir werden hier niemals sicher sein, keine Heimkehr finden! Wir sind diesem Pfaden fast bis zum Ende gefolgt, warum ihn nun verlassen? Ich fürchte den Abgrund nicht, wenn schon fallen, dann tief Doch dass du in diesen Stunden bei mir warst, werd‘ ich dir nie vergessen... Niemals! Schmale Pfade lassen zittern vor dem Sturz Denn wo kein Halt, ist der Fall meist tief Bloß du dachtest, du könntest mich halten Doch warum bloß du, wenn es doch sonst niemand konnte? Irgendwo auf dem Grund des Flusses, liegt die Wahrheit Irgendwo, zwischen den Fluten und Gestein Doch wir werden sie nicht finden, nicht heute, nicht morgen, nicht nach all den Jahren Lass es geschehen Marie, denn seine Strömung trägt uns heim… Der Wein des letzten Herbsts klebt noch schal auf unseren Kleidern Wir summen nachts dieselben Lieder, die wir noch von damals kennen Doch eines Morgens, nach dem wir erwachten, werden wir sie nicht mehr erkennen Und können eines wie das andere nicht mal mehr beim Namen nennen Lass geschehen Marie, im Zweifel für den Wahnsinn Lass es geschehen, ehe wir aus diesem Leben entschwinden Jedes erste Mal mit dir, fühlt sich an wie das letzte Nimm mich mit dir, denn was wir Ewigkeit nennen sind doch bloß Jahre… Soweit I mi erinnern ko, find um de Zeit da Tog sei End Da letzte Glanz is vablichen, wia hom uns in da Zeit varrent Oba trotzdem mecht I koa Sekundn ändern I mecht oi des nuamoi durchlebn oda in am Feia untageh!!!
Submitted by Iron_Wraith — Jun 14, 2026
Es Leben schreib‘ G’schichten, so guad wia jeden Tog a neie Wia soits a ondas sei, de Zeit ko sie kaum rückwärts drahn Und so ergib‘ sies, dass I Johre spada wieda nebn dem Fluss sitz Eam zuaschau wiara vorbeifliaßt, zuaschau wias sche longsam wieda Herbst wird... Vorbei an de letzten Häuser, auffi zu de Wiesen im Woid Jeden Tog passiert sovü, I wü üwaroi und nirgends sei I suach üwaroi noch mir und ko mi doch ned finden Wia jeden vorherigen Tog, I verlier mi im Moment Es Leben z’reisst mi & fügt mi wieda zom zua söben Zeit I ko nimma schlofn, I bin so rastlos wia da Fluss A Stund alloa is nix, doch aus Stund wernd gonz schnö Joa De Erinnerungen scho längst vergrabn, oba do wirkt ois zeitlos... Summa, Herbst, wos a is, es vageht Losst mi zerst trama und donn oba schnö wieda falln Alloa jetzt wieda do z’sei und jeda weidare Schluck vo dem Wein Losst mi wia da Wind de Wälda, tonzen , und de Wöt versinkt in da Nocht Togsüber bin i ned dasöbe, jeda Schritt ois gangat I im Treibsand A Sog so stoak wia da ärgste Sturm, I ko mi nimma hoitn Wonn I vo dem Leben gnuag hob, donn loss I’s des is gwiss Loss mi vom Malstrom owiziagt, bis zum Grund! Da Malstrom ziagt mi owi, bis aufn Grund!!! I schmeiß des Leben weg, soboid‘s verbraucht is Ka Angst mehr vo irgendwem oder irgendwos Hoit so long wies geht de Luft o und moch den Augn zua Und da Malstrom ziagt mi owi, bis aufn Grund!
Submitted by Iron_Wraith — Jun 14, 2026
Aegrescit medendo!!!
Submitted by Iron_Wraith — Jun 14, 2026
Wei Mas trabig hom und‘s hechste Zeit scho is De Nocht hängt üba uns scho seit a boa Stund I hob nimma vua ois letztas zruck‘z bleim Gonz alloa in dera valossenen Stodt... Sollt‘ ich endlich schlafen, weck mich nicht mehr auf! Selbst wenn mir der Atem stockt, weck mich nicht mehr auf! Wir stürzten alle Brücken, versanken bis zum Hals in den Fluten Was der Malstrom nicht verschlungen, schleppen wir bis heut‘ mit uns Beschwichtigt mich ruhig weiter mit euren schimmernden Doch verlogenen Sätzen Gebt mir weiter von dem Tran zu essen, an dem so viele schon erstickten Doch dann gebt mir auch den Dolch zurück Der mir, wenn stumpf auch die Aorta zerfetzte Legt ihn mir gegenüber, verscharrt ihn mir tief Doch griffbereit im Staub der Welten Seit dem letzten Sommer finde ich keinen Schlaf Denn jeder Ort an dem ich ruhe Liegt sich wie ein Totenbett aus Knochen und Scherben Ich kratze die Lethargie von den Wänden Und füge mich den Farben des Herbstes In diesen Stunden wird das Licht zu Schatten Und letztendlich Tauben zu Raben …und nicht weit hinter mir, immer noch die Fluten… Auf das uns der Schlaf zerreißt und spaltet Wie ich es niemals konnte Ich nehme alles zurück, füttert mich nicht weiter mit Lügen Erstickt mich gleich!
Submitted by Iron_Wraith — Jun 14, 2026
Weils oafach woa und domois grod sinnvoi Sama ausanonda gong Hom nia drüba nochdocht Obs uns auf longe Sicht wos bringt Wia san erst gestan wieda aufgwocht und hom gseng Dass ned so woa Mir hom ois vagessn, wos uns zu uns mocht Gscheida wia hättens uns gmerkt!
Submitted by Iron_Wraith — Jun 14, 2026
Hör auf zu atmen, jeder Zug hat seinen Preis! Hör auf zu schreien, wir wollten doch lachen, wenn alle Hoffnung verloren! Was glaubst du wird geschehen, wenn sich die Sonne noch ein letztes Mal hebt? Und wir endlich ersticken an unseren eigenen Phrasen, ihrem letzten Glanz... Benzi bena, bluad si bluada Asche zu Asche, Staub zu Staub Mahnsatz des Wahns, nährendes Feuer Wer den Tod findet, der findet auch Blut! Ein kaltes Grab, ein „Leben“ unter Äonen von Staub Ein blinder Finder streift umher, gräbt nach der Erinnerung Der Regen legt Labyrinthe frei, die unlösbar schon seit Dekaden verborgen Und seit diesen Tagen unbehelligt in alten Schächten, noch ruhen Bleich liegt sie vor mir, die Welt die wir schufen Und bleibt doch Leitmotiv dieses freudlosen Lieds Die Herbststürme rezipieren es nur vage Denn von nichts kommt nichts, Nichts vergeht… Kein Entrinnen kündigt sich an Wir haben endlich alle Spuren beseitigt Nächstes Jahr lässt sich der Sommer Zeit Wir sollen sie vergessen, die Jahreszeiten Denn hinter den schroffen Bergen Bahnt sich erneut der Winter an… Dieses Leben fühlt sich einsam an, alleine, sowie unter Menschen Jeden Schritt den ich gehe, gehe ich in einer toten Stadt Jeder Schritt trotzt, negiert den Ascheregen Doch er wird mich finden, denn selbst im hintersten Eck der Welt… …werden sich die Trümmer türmen!
Submitted by Iron_Wraith — Jun 14, 2026