Kanonenfieber
EP • 2024
Waffenbrüder Wir kannten uns seit Jahren Schon von Kindertagen her Zusammen durchgeschlagen Freundschaft, die immer währt Wir träumten uns die Welt Nachts am Lagerfeuer Nichts, das uns noch hält Zusammen ins Abenteuer 1916 eingezogen Wir sollen an die Front Die Uniform sogleich bezogen Die Brust geschwellt vor Stolz Im gleichen Regiment Wir blieben stets vereint Im Oktober 1916 War es dann soweit Wir, wir war‘n Waffenbrüder Freunde auf Lebenszeit Wir, wir war‘n Waffenbrüder Nichts, das uns entzweit Wir, wir war‘n Waffenbrüder Von Kindestagen an Wir, wir war‘n Waffenbrüder Im Kampf fürs Vaterland Nach unserer Waffenprobe Kamen wir nach Langemarck Entflohen stets dem Tode Egal, was man uns entgegenwarf Wir teilten tags den Posten Und nachts den Unterstand Schoben mutig Patrouille Dafür waren wir bekannt Und deinen Schenkelschuss Richtete ich mit Verband Ich flickte dich zusammen Inmitten von Blei und Schlamm Dein Aufenthalt im Lazarett Kam mir wie Jahre vor Doch nach nur vier Wochen Warst du wieder an der Front Wir, wir war‘n Waffenbrüder Freunde auf Lebenszeit Wir, wir war‘n Waffenbrüder Nichts, das uns entzweit Wir, wir war‘n Waffenbrüder Von Kindestagen an Wir, wir war‘n Waffenbrüder Im Kampf fürs Vaterland Am vierten Tage dann In der Frühjahrsoffensive Östlich vor Arras Als das Feuer sich konzertierte Die Schläge immer näher Im Trommelfeuer Granaten Ein Knall und tiefes Dröhnen Es erwischte unseren Graben Ich erwachte im Lazarett Und zu allergrößtem Schmerze Erfuhr ich von deinem Tode Und deinem Grab in fremder Erde Wir kannten uns seit Jahren Schon von Kindertagen her Zusammen durchgeschlagen Freundschaft, die immer währt Wir träumten uns die Welt Nachts am Lagerfeuer Nichts, das uns noch hält Zusammen ins Abenteuer 1916 eingezogen Wir sollen an die Front Die Uniform sogleich bezogen Die Brust geschwellt vor Stolz Im gleichen Regiment Wir blieben stets vereint Im Oktober 1916 War es dann soweit
Submitted by Pestilence — Apr 26, 2025
Zum Einsatz als Mineur unter Tage geschickt Ich dacht’ mir, da ist man vor Granaten geschützt Die dreihunderteinundzwanzigste Mineur-Kompanie Fünfzig Meter über uns herrscht an der Front Manie Wir graben zwölf Stunden, zwölf Stunden zum Ruhn` Doch ich kann beim Gewummer kein Auge zutun Ich wart’ nur bis der Stollen die Granate erhält Und wenn’s nicht der Feind schafft, dann mach ich es selbst! Graben Und weiter graben Mit meinem Spaten Der Maulwurf sieht kein Licht Graben Und weiter graben Stets unter Tage Bis der Stollen endlich einbricht Vier Männer im Schleppschacht bilden eine Schicht Einer, der den Ton mit dem Spaten absticht Einer hält ihm den Sandsack auf Die anderen Zwei bringen den Dreck hinauf Eine Karbidlampe spendet uns Licht Obendrein schwarzen Qualm, der in der Brust sticht Im Sauerstoffmangel invalide geplagt Ich schwör‘s, nicht mehr lang und ich schieße mich ab! Graben Und weiter graben Mit meinem Spaten Der Maulwurf sieht kein Licht Graben Und weiter graben Stets unter Tage Bis der Stollen endlich einbricht Spatenstich An Spatenstich Nur Wasser und Erde, für uns gibts kein Tageslicht Spatenstich An Spatenstich Offene Hände und Knie, sie plagen mich Spatenstich An Spatenstich Seit zwei Jahren jeden Tag zwölf Stunden Arbeitsschicht Spatenstich An Spatenstich Nur ein weiterer Tag und ich werde wahnsinnig Ich atme den Ruß ein und spuck morgens schwarz Als ob ich im Krieg nicht genug Sorgen hab Die stete Luftknappheit bringt Krankheit im Geist Da passiert‘s, dass im Dunkeln manch Gedanke entgleist Es wummst und es wackelt ein Minenaufschlag Nur Sekunden später gibt die Grabenwand nach Unterbreche fürs Letzte den grabenden Trott Und press’ mir apathisch die Null-Acht an den Kopf Graben Und weiter graben Mit meinem Spaten Der Maulwurf sieht kein Licht Graben Und weiter graben Stets unter Tage Bis der Stollen endlich einbricht
Submitted by VladTheImpaler666 — Nov 10, 2025
Am zwanzigsten November Am Kampftag um Cambrai Ich bin der Panzerhenker Feldgeschütz Neunzehn-null-zwei Ich bediene sie alleine Die Batterie vor Flesquières Schieße durch direktes Richten Zehn Mark Fünf bereits zerstört Der Panzerhenker Steht vor Flesquières Sieben Zentimеter Die Britenpanzеr zu zerstör'n Der Panzerhenker Steht vor Flesquières Sieben Zentimeter Die Britenpanzer zu zerstör'n Lade die Feldgranate Schließe den Keilverschluss Späh' durch das Rundblickfernrohr Feldgeschütz bereit zum Schuss Den Mark Fünf im Visier Die Schussbahn windgeschützt Den Auslöser aktiviert Zündung, Auswurf, Treffer sitzt Den Schubkurbelverschluss Am Hebel aufgetan Lad' Tankabwehrgranaten Einrichtung acht Winkelgrad Zweihundertfünfzig Gramm TNT im Sprenggeschoss Fliegt im perfekten Drall Vernichtet ihren Panzertross Der vierzehnte Abschuss Ich öffne den Verschluss Ich werde überrascht Vom britischen Stoßtrupp Ich ziehe die Null-Acht Das Griffstück fest umfasst Ich höre den Beschuss Und spür' wie mein Puls rast Der Panzerhenker Steht vor Flesquières Sieben Zentimeter Die Britenpanzer zu zerstör'n Der Panzerhenker Steht vor Flesquières Sieben Zentimeter Die Britenpanzer zu zerstör'n Die Batterie umstellt Ich steh' im Eisenregen Von mir gibt's kein Fersengeld Verteidig' mich mit meinem Leben In einer Deckung liegend Ein Feindesschuss kam an In meinen Leib getrieben Der Körper nun ein Kugelfang Des Henkers Endbilanz Im Panzerabwehrkampf Insgesamt vierzehn Tanks Zerstört durch seine Hand Die enorme Tapferkeit Und der Kampf zum bitt'ren Ende Sorgte für Bewunderung Bei Alliierten aller Ränge Panzerhenker
Submitted by Infernal Flame — Nov 10, 2025
Feldgrau, Paspeln, dicht an dicht Knobelbecher Schritt an Schritt Rucksack, Zeltbahn frisch gepackt Links, zwo, drei, vier klingt‘s im Takt Vorwärts, feindwärts, Ziel voraus Marschbefehl stets geradeaus Männer brüllt es laut hinaus Weihnachten sind wir zuhaus‘ Deutschland, Deutschland Kaiserreich Kriegessucht und Wahnkrankheit Deutschland, Deutschland Vaterland Mordeslust im Wahnverstand Deutschland, Deutschland Kaiserreich Kriegessucht und Wahnkrankheit Deutschland, Deutschland Vaterland Mordeslust im Wahnverstand Schützengräben, Drahtverhau Kriegsanleihen, Waffenbau Fleischwolf, Matschgrab, Mannverlust Annektierung, Landerschluss Menschenmühle, Massengrab Stahlfabriken, Arbeitsplatz Kaiser zieht und Bauer stirbt Schachbrett Welt den Krieg erwirkt Die Welt versinkt im Krieg Die Welt versinkt im Krieg Deutschland, Deutschland Kaiserreich Kriegessucht und Wahnkrankheit Deutschland, Deutschland Vaterland Mordeslust im Wahnverstand Deutschland, Deutschland Kaiserreich Kriegessucht und Wahnkrankheit Deutschland, Deutschland Vaterland Mordeslust im Wahnverstand Neunzehn vierzehn Welterschluss Land verzollt durch Menschverlust Pickelhauben Wellen gleich Schwärmen in das Frankenreich Belgien, Frankreich, Eiffelturm Russland kommt im Eisensturm Nordsee, Seekrieg, Skagerrak Isonzo, Patern, Alpenschlacht Festgefahren, eingegraben Wolkenbruch und Eisenhagel Vorwärts, rückwärts, um kein Stück Wird die Front westwärts verrückt Menschenleben Material Konsequenz schlichtwegs egal Politik mit Wahn befleckt Die Welt mit Blut und Schlamm bedeckt Deutschland, Deutschland Kaiserreich Kriegessucht und Wahnkrankheit Deutschland, Deutschland Vaterland Mordeslust im Wahnverstand Deutschland, Deutschland Kaiserreich Kriegessucht und Wahnkrankheit Deutschland, Deutschland Vaterland Mordeslust im Wahnverstand
Submitted by MetalElf — Nov 10, 2025
← Go back to Kanonenfieber