Gabreta Hyle
Tief im Osten des Bajuwarenlandes Liegt ein Baumlandreich im Nebelschein. Schwarzgrüne Wälder Bachdurchzogen Ein eisig Wasser, fliessend so rein! Bayerischer Wald Die Weiten, die ich Heimat nenne. Ein Raunen, ein Ächzen und ein Knarren Dringen aus den Schatten hervor. Alte Bäche, alte Moore Der Wolf heult vom Falkenstein Die grünen Wege, die in die Haine führen Sie rufen mich, tritt herein! Gabreta…Gabreta Hyle. Wolken hohe Berge nahen den Sternen Der grosse Arber gar den Himmel berührt. Schon unsre Ahnen sahen die dunkle Seen In welchen sich so manch Gehaimnis birgt Kalte Winter und ewiger Schneefall Weisse Lasst auf den Dächern liegt Eiseskälte umschwebt unseren Wald Ein Mensch sich ans Feuer schmiegt. In diesen Zeiten erneut die Geschichten erstehen Die von den Altvorderen erzählen In langen Winternächten das Licht sich verschanzt Die Seele der Toten auf dem Rachelsee tanzt.
Submitted by Iron_Wraith — Jun 06, 2026
Es war im Hartung, in eisengrauer Nacht Als den Göttern ein Opfer dargebracht. In dieser Zeit des Hungers und der Not standen die Mannen zusammen am Winterblot! Der Schnee wehte böse ins Gesicht Die Fackel brennend ward das einzig Licht Aus dem Wald schallte es grauenvoll Kunde bringend, was bald folgen soll… Donnernd und tösend so zieht sich der Heerestrupp dahin Fratzend wie aus Nifelheim rauben den lebenden den Sinn! Am Himmel ein gespenstisches Leuchten Das Volk nimmt reiss aus! Ein Heindenfeind weckte den Zorn der Götter Dem Heer reitet Wotan voraus! Ein Asenfeind aus dem Süden Versuchte, das Volke zu untergraben Nun da Allvater gereizt Nimmt der Südmann schweren schaden! Die wilde Jagd auf der suche nach dem fremden Lügner bereit, ihn zu finden und zu richten! Der Einäugige in gar rasendem Zorn Der schmähkunde aus dem Orient erklärt er den Krieg Dem ehrenhaften Volke Den göttertreuen Familien gelang die Flucht ins warme Heim ihr Gewissen war treu und rein. Dem Gastigen Schelm aus dem Süden ward das Glücke gar nicht hold Wotans Speer dringt in sein Herz Und dunkle Seelen verstärken den Schmerz!
Submitted by Iron_Wraith — Jun 06, 2026
An einem Herbstag vor langer Zeit Schritt ein Fischer hoch zum Abersee Sich wünschend einen guten Fang So trat sein Kahn ins Wasser ein. Die hölzerne Angel in seinen Händen Den Haken schon in Nass getaucht Die Fischersrute in festem Griff Und bald es an der Leine zerrt Alte Sagen mir erzählen Künden von vergangenem Oft lehrreich ist das alte Wissen Weisen jüngeren der Ergrauten Weg! Tief verwurzelt in uns allen Der Heimat Seele sie entsprungen nimm sie an, sei du selbst, sieh das Wahre folge nicht niedrem wie der Fischersmann ! an der rüttelnden Schnur er zog und schon kam ein Fisch ans Licht der Fischer ward alsbald bleich vor Schreck als das Tier zu sprechen Begann. “Fischersmann, so sage mir nun was willst du mit mir den tun? Ich bin nur ein kleiner Fisch Mein Tod, der nützt dir nichts! Dort unten in der Dunkelheit Schwimmen Brocken in purgoldnem Kleid Wer diese Fische dort unten fängt, Der lacht sogar den König aus!” “Wenn dies wahr ist” sagte der Fischer “so lass ich dich gern weiterschwimmen. Sieh nur zu, dass auch du goldnen wirst” Und so warf er den Fisch in den See Den Fischersmann mit glänzenden Augen Der Kahn schon ins Schilfe führt. Erfüllt von Habsucht, lechzend Der Mann sich weit über den Rande beugt….. Tief im Nass, in des Wassers Reich Glaubt der Fischer ein schwimmern zu sehen Doch von Mannesschwere das Boot bald wankt Schon dreht es sich, hört auf zu widerstehen Von Habsucht verführt er nun ins Wasser stürzt sinkend in die kalte Dunkelheit Schilf und See sein gierig Opfer empfängt Nie mehr ward der Fischer gesehen!
Submitted by Iron_Wraith — Jun 06, 2026
Gedanken schweifend muss der Held erkennen, es ist nun an ihm, die Bürde zu tragen, die Last, die zugleich Ehre ist, möglich Schicksal endlich anzunehmen Zum Helden man nicht geboren wird Es ist der Umstand, der ihn schaft selbst der Kleine und Fuchtsame wird ein Held wenn er in Not die Fessel bricht Das Schwert umfasst in mut gem Griff Der edle Geist erneut erstiegen ist In der Jugend Zier mit Lebenskraft steht der Götterheld, so treue und stark Mut und Ehre ihn beseelen Der feinde Schar wird untergehen Viele Winter gingen durchs Land bis er die seine Bestimmung fand So hart die Zeiten mögen sein Hoffnung bleibt doch bis zuletzt und sogar in dunkelster Stund tut Seelenfeuer vom Traume kund Dem Traum, sich selbst zurückzulassen um neue Gipfel zu erklimmen nun auf die grosse Fahrt zu gehen Mit eignem Aug neue Lande zu sehen Im Glanz der Lebensflamme gülden und hell der Weg erscheint Herz und Geist streben zum Wahren, das im Zwist die Sinne eint Den Blick nun auf das Ziel gelenkt Die Segel nun endlich geschwenkt Runen raunen rechten Rat Weisen den Helden an zur Tat.
Submitted by Iron_Wraith — Jun 06, 2026
Rasend, jauchzend, weinend und lachend. ein Gröhlen, ein Schreien ein Juchzend und Keifen. In ungestümer Kraft über die Berge donnernd so schiesst sie dahin, die wilde Jagd! Am kleinen Weiler zum Waldmann hin Lebten einst Vater und Mutter mit ihrem Kind. Eines Scheidingabends, es dunkelte Schon Trat die Frau heraus, im Arm den Sohn. Ihr treuer hund life bei Fuss durch den Forst als die Mutter trug ihr Kind zum Wassergrand. sie wusch den Buben vor der finstren Stund als sie es spürte, drohend Unheil empfand Eine grausige Angst das Weib überfiel Da der Sturm brach über sie Herein Es zerrte an ihr und ihn ihrer Not nahm sie den Hund und warf ihn hinein Doch die Jagd, sie verwehrte sich dem Opfer Ein anderes würde in die Lüft entsteigen (und mit Donnerstoss und blaukaltem Blitz Das wilde Heer ihr den Sohn entriss!) Später dann, in Windmondstagen Fand man den Buben im ersten Schnee. Es half kein Beten, kein Flehen und Klagen Der Sohn war tot, bleich und kalt. Den Rat der Altvorderen abgeschlagen, Bei Sturmnacht im Heime zu weilen. Dies kam dem Weibe teuer zu stehen Weder Arzt noch Kraut vermochtem zu heilen. Und so ward auch ihr schicksal schon gesponnen Der Hauch des todes in ihren Leib gekommen Den letzten Tag nur noch im Nebel vernommen (Man fuhr sie auf den Gottesacker, das Leben verronen).
Submitted by Iron_Wraith — Jun 06, 2026
Auf der hehren Burg zu Weissenstein, welche auf hohem Fels gebaut, lebte einst ein edler Ritter mit seinem gar holden Weib. Eines Tages kame in Herold zur Feste sein Herr forderte des ritters Schwert. So ward er gezwungen in den Krieg zu ziehen, liess Heim und Lieb lang hinter sich… In den Monaten seiner Waffenzeit brachte die Frau Kinder zu Welt. Sieblinge waren sie, allesamt Burschen Der Nachwuchs des rittergeschlechts. Leuchtend würde ihre zukunft warden In den Gedanken des Rittersmanns Doch die Mutter dachte ihnen anderes zu, woltte bald der Söhne junges Schicksal besiegeln. Der Weisfrau trug das Edelweib auf Die Kinder allesam mitzunehmen Hinunter zum Regenfluss Früh sollten sie dort ihr Ende finden (um die Söhne dort zu ertränken) Doch der Lebensfaden der Söhne war noch lange nicht zerschnitten Als just diesen Tag der Ritter Nach der Schwertzeit vom Krieg heimkehrte Er traf auf die Weisfrau und fragte, was sie in ihrem Fürtuch hätte. “7 junge Hündlein” meinte diese “Ich will sie im Regen ersaufen” Der Ritter aber wollte einen Blick werfen Auf die Hunde, die die Frau mit sich trug. Totenbleich wurde er, ald die zitternde Frau Ihm die sieben Buben zeigte. Zornerfüllt stellte er die Weisfrau zur Rede Die unter Tränen und Wimmern ihm gestand. Strengstes Stillschweigen befahl er ihr Brachte seine Söhne an einem sicheren Ort. So zogen die Jahre herein ins Land Das Ereignis dieses Tages die Edelfrau nie erfuhr Und als die Söhne ins Mannesalter gekommen Lud der Ritter sie ein, auf die Weissensteiner Burg. Die Frau des Ritters war entzückt von den Recken Die tadellos und stark von ihr standen. Der Ritter flüsterte ihr ins Ohr: “sag, was sollte einer Frau geschehen, die solche Burschen umbringen last?” “lebendig einmauern” meinte sie Und der Ritter sprach mit festem Ton: “Du hast dir so eben deinen eigenen Tod besiegelt. Denn siehe, das sind deine Söhne!” So geschah es dann, dass die Edelfrau am nächsten Tage Bei lebendigem Leib an der Burg eingemauert wurde Und auch heute noch Nach so langer Zeit Soll man die Unglückliche Auf der Burg wandeln sehen. Als weisse frau von Weissenstein Klagend und geisternd und nimmer ruhend Bis ins fernen Tagen ihre Seele erlöst.
Submitted by Iron_Wraith — Jun 06, 2026
"Nebel...... zieht auf!........." Behutsam schreitend über Feld und Weg, zieht der greise Mann durchs Land. Regengrau bringt er mit sich, ein Baum verliert die Kinder durch seine Hand. Das Waldesgrün wird leblos blass, eine Nebelschwade als des Herbstes Sohn. Der kühle Dunst verheert die Gauen, der Geisterschleier besteigt den Thron. Alte Seelen durchziehen die Weiten, vergessen für alle Zeiten. So scheint es mir, wenn ich... ...wandere durch des Herbstes Zier. Nach dem Horizont, nach dem Himmelsende streckt der Nebel seine weiten Hände, verschlingend alles Leben, um dem Winter die Welt zu geben. Kühle Winde rauschen über die Weiten, sie zerren an der Bäume alte Äste. Der Herbst, geboren im Nebelhauch, im Sturm schon die Wiesen nimmt. Und nun fällt Regen auf Wald und Felder, das alte Land bald traurig und kraftlos. Der Glanz verschwindet, die Tage werden trister, die Scheinende schläfrig, besiegt von Dämmerheer. Fliege fort! fliege fort! Die Sonne schleicht zum Berg, und steigt und steigt und ruht bei jedem Schritt. Was ward die Welt so welk! Auf müd gespannten Fäden spielt der Wind sein Lied. Die Hoffnung floh, er klagt ihr nach...(aus Nietzsches “Im deutschen November”) Düster ward die Stund´, da ich durch die Haine schritt. Baumriesen bis zum Monde hoch, als ein fahles Flackern mich zu sich zog. Kein Schein, kein Feuer, ein Lichtlein nur, gab mir nun die Wege vor. Gespenster seiden das Geäst umhüllt, das Waldlandreich vom Herbst erfüllt.
Submitted by Iron_Wraith — Jun 06, 2026
My homeland’s strong storms blowing Leaves dancing in the wind The weakened sun’s last rays Are slightly touching the cold ground Over mountains and forests Autumn is stepping away Giving its last farewell Before leaving the land for good Now the sunset is gleaming On the horizon far away And warm and joyfull days Don’t seem able to be reached again On the sky, under the rising fullmoon Warmth abandoning the world (And my soul is beginning to fade away Wandering into the grey shade) From high above the first snow falls Covering my land under a white blanket And even the last blade of grass Has to give in The spirit of the night takes over the world Cold breath hits a village in the woods And deep inside myself I feel it Now autumn has turned into winter.
Submitted by Iron_Wraith — Jun 06, 2026
Um 1630…mag es wohl gewesen sein Die Totenglocke wieder erschallt in Bayerwald. Die schwarze Kutte zu uns gewandert ist Verderbend und Sterbend halten Gericht. Angst und Grauen beherrschen das Volk Es heist, vom donauufer das Leid waldwärts pirscht Dunkle Regenwolken über unserer Stadt Jedermann ahnts bereits, der Tod kommt dieser Nacht Die schwarze Kutte zu uns gewandert ist Verderbend und Sterbend halten Gericht In bald jedem Haus und Hof sah man sie ächzen Nie versigt des Unheils Lechzen Kein Gebet, kein Mönsch, kein Beitstühl half Im Gotteshaus gingen die Kerzen aus Der schwarze Tod regierte mit dem Schwert Im Volke man es grässlich schreien hört. In bald jedem Haus und Hof sah man sie ächzen Nie versigt des Unheils lechzen Die Seuche alles mit sich nahm Als die Pest ins Waldland kam Eiterbeulen am ganzen Körper Der Anblick des Volkes ist ein Graus Noch lebend, doch schon verwesend Mehr und mehr fahren zum Friedhof hinaus Die Dummen flehend sich ans Kloster gewandt Das zu dieser Zeit im Orte Rinchnach stand Doch die Kreuzesknechte, die frommen Ordensbrüder Liessen nicht einen Mann die Mauern hinüber Der Tod, er ging durchs Dörfchen Schweinhütt Und kehrte dort das Leben aus Nachdem er jedes Haus besucht Machte er am Ende vorm Wirtshaus halt. Die schlaue Wirtin, die noch nicht erlag Der grausig schwarzen Beulenpest Sah den Sensenmann nähler kommen So trat sie schnell aus ihrem Haus Gewieft wie sie war, kam ihr der Gedanke Dem Tode wieder eins auszuwischen. So nahm sie genug in die Hand Streute ihn auf die Treppe, den feinen Sand. Sie ging rücklings zurück in ihr Heim Und schon Gevatter Tode kam “ist schon in die Pestgrube” dachte er sich Sie sah ihm zu, als er seinen Weg nach Regen nahm.
Submitted by Iron_Wraith — Jun 06, 2026
In kalter dunkler Abendstund Schreitet das Volk hinauf auf die Berg Eisig Wind pfeift um die Ohren Das Heim verlassen, gewärmt vom Feuerherd. Vom Pfaffen nur zu oft ermahnt Sich vom heidnisch Treiben loszuringen Sonst würds der eine Gott bös vergelten Doch der Ahnenruf wird nie verklingen! Nach ewig scheinender Dämmerung Das Licht wieder ins Lande kehrt Mistelzweige, ein Zeichen des Lebens Die helle Flamme unsere Hoffnung nährt. Bald schon sie die Julfeuer entfacht Aus dem Tod endlich Baldur erwacht Trotz der beissenden Winterskälte Die hohen Flammen zerschneiden die Nacht. Obwohl die Nacht bald angebrochen, Fällt fahles Julmondlicht auf die Felder, Es jagen Wodan und sein dunkles Heer Die Asenfeinde durch die Nebelwälder. Nach langem Marsch dursch Winterreich Das Volk nun den Gipfel erreicht, Im Wind gar mächtig Leuchtfeuer lodern Den Göttern zu Her wird nun Met gereicht! Von dem mächtig Berge herab Schauen die Menschen nieder ins Tal Hölzerne Sonnenrädern, umwoben mit Stroh Warden entzündet und beginnen die Fahrt. Gleissend hell rasen sie hinunter Erleuchten die geweihten Nächte mit Herrlichkeit Aus Funken zu Flammen geworden Ein Symbol des Wahren, der Göttlichkeit.
Submitted by Iron_Wraith — Jun 06, 2026