Grubenfall 1727
Hörst du es knacken in der Dunkelheit Hörst du es ächzen und knarren im Gebälk Es drückt das Gebürg mit all seiner Macht Stollen um Stollen, nieder, Gang um Gang Die Schlägel hauten, die Eisen sangen Niemand hörte das Flüstern des Grubenholzes Und Wasser tropfte aus allen rissgen Spalten Aufgeweicht war das ganze Gebürg Hörst du es knacken in der Dunkelheit Hörst du es ächzen und knarren im Gebälk Es drückt das Gebürg mit all seiner Macht Stollen um Stollen, nieder, Gang um Gang Im rußgen Dämmerlicht der Fettlaternen Eimer um Eimer schöpften die Knechte Die Jungen das Erz zur Haspel schleppten Und niemand hörte das Flüstern Staub und Steine fielen herab, die Grube brüllte Das Licht erlosch, die Balken barsten Es fiel der Berg, es fiel die Grube Es brachen die Firste, die Stempel, das Dach Ertzengel genannt, des Berges Fluch ungebannt Verwahrt mit Mann und Gezähe, 32 Lachter Teufe Vom Grabe im Berg, dem Grubenfall 1727 Zeugen die Pingen im Wald Lyrik 19.07.2016 Dauþuz
Submitted by VladTheImpaler666 — Jun 30, 2026
Ohne Skrupel ausgebeutet und in den Tod getrieben Sie, die in Reichtum und Dekadenz ward geboren Nach der Schicht, ein halbes Jahr Tat ich täglich mein Werk, darunten im Alten Mann Trieb voran ich den Kerker, tiefer in den Stein In achtunddreißig Lachter Teufe, wird er für sie die ewige Strafe sein Für sie schlug ich diesen Kerker, den Kerker der Ewigkeit Verschwenderin des Lebens, von Geburt zu Gier erkoren Ihr Geiz war Grenzenlos, zahlte selten unser mager Gedinge Das Grubenholz war minderwertig, minder wie ihre Seele Der Stollen brach, nahm meine Söhne und viele Geringe Darum ist es meine Pflicht, dass ich ihren qualvollen Tod erwähle Ausgelassen feiert sie, zur diesgen lauen Abendstund Ich schlug sie nieder und zerrte sie aus ihrem feudalen Gut Und brachte sie hinab, auf den finstren Stollengrund Hinab in die Ewigkeit, hinein in den finstren Kerker In das Loch fügt ich freudig Stein um Stein Ein Meisterwerk, man sah nur grauen Fels Zehn Laiber ranzig Brot gab ich ihr hinein Langsam soll sie siechen bis der Berg sie endlich nimmt Ein Kupferrohr trieb ich zu ihrem Leidesort So kann ich sie manchmal besuchen Sie braucht ja Luft, sonst stirbt sie zu früh hinfort Sing ihr bis zuletzt, ein Lied vom Tod und bösen Flüchen Niemand hört dein Klagewerk Im Kerker hier, der Ewigkeit Deine Seel gehört nun ganz dem Berg Im Kerker der Ewigkeit
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