Die Grubenmähre
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Unrein das Metall, mit Scheidewerk durchsetzt Im Geviert in der Erde, das Röstbett erbaut Die Scheite gestapelt und über Kreuz gelegt Bis der Rost zwei Ellen, in der Höhe misst Extero Metallum Das gepochte Erz zu Kegeln geschichtet Mit Wasser benetzt und händisch festgeschlagen Mit harzgen Bärten der Stoß entfacht Siedend heiße Lohe, frisst sich nun durch das Gestein Tödlicher Rauch steigt nun auf und befreit die Dämonenbrut Welche im Ertze sitzen und jedes Metall verderben In Gold und Silber bringen sie dir Krankheit und Siechen Hüttenrauch , Schwefel und Spießglanz wurden so dereinst geschieden Mit eisgem Wasser den Stein erkaltet und zermürbt Die Dämonen ausgetrieben mit der Gewalt der Flammen Hinfortgejagt, zu Todeswetter verbrannt die böse Brut Im Sturm der Elemente; in Feuer, Wasser, Luft und Erd
Submitted by VladTheImpaler666 — Jun 30, 2026
Im Jahre 429, im hohen Alpengebürg Erschien ein Missionar, der Magnus ward genannt Bekehrte all die Heiden dort, zu seinem Christengott Alsbald erzählten ihm seine Schafe, vom Golde im alten Berg Heuchlerisch predigte er Wasser und trank nur den besten Wein Schickte seine Jünger, für Brot und Absolution in den Berg hinein Hoch über der Grube, an der Heidenstatt baute er ein Gotteshaus Alles ward dort aus reinem Gold, für seinen Gott und sich allein Er nahm sich alle Frauen, in ihrer ersten Hochzeitsnacht Sie schufteten für ihn in Lumpen, er kleidete sich in edelster Pracht Einst nahm ein armer Greis aus Verzweiflung zwei Gran des Goldes So schlug er ihn vor aller Augen Mit goldenen Nägeln, an sein heiliges Kreuz Der Berggeist nun zutiefst erbost, beschwor seinen übelsten Rächer Magnus trank zu dieser Stund, Wein aus seinem edelsten Becher Da grollte der Berg, aus des Stollen Mund quoll wütende Gischt Die Grube, das Dorf, die Christenschafe; hat das Wasser erwischt Aus dem jungfräulichen Schlund, des eisblauen kalten Sees Entfuhr der funkenstobende Drache, dampfend, glühend ins Kirchenschiff Zerfetze Magnus Körper und vernichtete alles was hier einstmals stand Zischend stieg er in die Teufe, mit Magnus Seel und allem Gold Mystisch und still liegt der Drachensee, zwischen grauen Felsentürmen Doch ein klägliches Jammern und Beten, ist jede Nacht zu vernehmen Auf ewig verdammt, Magnus am Grund, allein mit seinem Gold Täglich labt sich der Drachenschlund, am Körper des Verfluchten
Submitted by VladTheImpaler666 — Jun 30, 2026
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Ohne Skrupel ausgebeutet und in den Tod getrieben Sie, die in Reichtum und Dekadenz ward geboren Nach der Schicht, ein halbes Jahr Tat ich täglich mein Werk, darunten im Alten Mann Trieb voran ich den Kerker, tiefer in den Stein In achtunddreißig Lachter Teufe, wird er für sie die ewige Strafe sein Für sie schlug ich diesen Kerker, den Kerker der Ewigkeit Verschwenderin des Lebens, von Geburt zu Gier erkoren Ihr Geiz war Grenzenlos, zahlte selten unser mager Gedinge Das Grubenholz war minderwertig, minder wie ihre Seele Der Stollen brach, nahm meine Söhne und viele Geringe Darum ist es meine Pflicht, dass ich ihren qualvollen Tod erwähle Ausgelassen feiert sie, zur diesgen lauen Abendstund Ich schlug sie nieder und zerrte sie aus ihrem feudalen Gut Und brachte sie hinab, auf den finstren Stollengrund Hinab in die Ewigkeit, hinein in den finstren Kerker In das Loch fügt ich freudig Stein um Stein Ein Meisterwerk, man sah nur grauen Fels Zehn Laiber ranzig Brot gab ich ihr hinein Langsam soll sie siechen bis der Berg sie endlich nimmt Ein Kupferrohr trieb ich zu ihrem Leidesort So kann ich sie manchmal besuchen Sie braucht ja Luft, sonst stirbt sie zu früh hinfort Sing ihr bis zuletzt, ein Lied vom Tod und bösen Flüchen Niemand hört dein Klagewerk Im Kerker hier, der Ewigkeit Deine Seel gehört nun ganz dem Berg Im Kerker der Ewigkeit
Submitted by VladTheImpaler666 — Jun 30, 2026
Am Rande der Alpen vor über zweitausend Jahren An den Ufern des Iuvarus schlugen sie ein Schürften das weiße Gold im Dunkel der Berge Trieben die Stollen mit Schlägel und Eisen Noriker im tiefen Berg Kaum einer wurde 30 Jahr Gaben Leben, Fleisch und Blut Für den Reichtum ihres Fürsten Zweitausend Jahre, waren sie hier verborgen Zwei Kelten ruhten dort im Berg in Frieden Begraben unter ihrem einstgem Werk Bis man 1616 ihre Ruhe zerstörte In 110 Lachter Teufe gingen sie einst zugrund Konserviert durch jenes, was sie einst so begehrt Schlägel und Eisen noch an ihrer Seite Diese waren ihr Totengeleit, Schlägel und Eisen ihr Totengeleit Dem Berg entrissen, mit welchem sie vereint Aufgebahrt, im Schatten der Kirche verfault Dem Berg entrissen, kein Christ je um sie geweint Die Totenruh geschändet, im Heidengebürg Libera Nos Domine Libera Paganum Domine Noriker tief im Berg Aufgebahrt und verfault, im Schatten der Kirche Dem Berg entrissen, der Totenruhe beraubt
Submitted by VladTheImpaler666 — Jun 30, 2026
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Als junges Pferd, voll Kraft und Leben Kamst du hinab, in die diesge Teufe Verstandest nicht, was dir geschehen war Das wärmend Licht, verblich zu Gedanken Grubenmähre, verzweifelt in ewiger Nacht Ein felsger Stall, dir zur Heimat gemacht Grubenmähre, geschunden für der Menschen Lohn Dein Leben Ausbeutung und blanker Hohn Augen wie Ohren unter Leder verborgen Kalt beschlagen im trüben Schein Die Beine allerorten mit Narben überzogen Der leere Blick, ein Wundmal der Seele Ein Wundmal der Seele, deiner Seele Grubenmähre, verzweifelt in ewiger Nacht Ein felsger Stall, dir zur Heimat gemacht Grubenmähre, geschunden für der Menschen Lohn Dein Leben Ausbeutung und wie blanker Hohn Manch ein Führer gab auf die Mähre acht Doch Schinder schlugen, traten, habens ausgelacht Strecke um Strecke in doppelter Schicht Gespannt vor die Hunte, mit üblem Gewicht
Submitted by VladTheImpaler666 — Jun 30, 2026
Räude, Rotz und Husten waren eine Qual Doch hatte die Grubenmähre niemals eine Wahl Freut sich stetig auf sein steinernes Loch Auf Ruh und Frieden fernab der Plage unter dem Joch Nach vielen Jahren Untertage Schickten sie dich endlich fort Zu schwach und aller Kraft beraubt Nun nutzlos an jenem dunklen Ort Die Welt dort oben ward dir längst unbekannt Furchtgeblähte Nüstern, blind vom Licht Wolltest in dein Loch, wärst zurückgerannt Doch hielten sie dich, ließen dich nicht Tief im Geiste brach es dennoch hervor Erinnerst dich, wie es war lang zuvor Spürst weich die Erde, frisch weht der Wind Heilend für die Seel, doch Wunden ewig sind Doch Wunden ewig sind Konnt dein Leben wieder wahres Leben sein Doch zu Luciae , zerrten sie Dich wieder in die Grub hinein
Submitted by VladTheImpaler666 — Jun 30, 2026
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