Brocken Moon
Album • 2008
Es geschah zu der Zeit, als der Glaube an Hexen und Geister in dem Menschen noch tief verwurzelt war. Da entsprang eines warmen Morgens im Frühling ein kleines, zartes Feenkind aus dem hohen Kelch einer Glockenblume. Es war von gar anmutiger Gestalt und lieblich anzusehen. Des Kindes langes Haar erstrahlte gülden im Sonnenlicht. Seine Haut schimmerte wie die frischen Tautropfen, welche der der bunten Blütenpracht weilten und seine hellen Augen glitzerten wie die Sterne am nächltichen Himmel. Einem Windhauch glichen seine Bewegungen, wenn es unbeschämt seiner Nacktheit mit kindlicher Freude und Unbeschwerdheit zwischen den Blumenfeldern tanzte und sprang.
Submitted by Cyberwaste — Apr 26, 2025
So konnte sie weder Tier noch Pflanze ein Leid antun und fand alsbald viele Freunde unter den Tieren, Blumen wie Bäume und Büsche des Sommerwaldes. Sollte ein Menschenwesen dereinst den Wald durchschreiten, so waren seine Augen verschlossen für diese Lieblichkeit; doch der leichte blumige Dufthauch, den die Fee beim Tanze verströmte, drang tief in dessen Leib und stimmte es gar wohl.
Submitted by NecroLord — Apr 26, 2025
Als sie nun eines lauen Tages voller Lebensfreude das Gehölz durchquerte entdeckte sie im weiter Ferne ein helles, weisses, kristallen funkelndes Licht. Verzaubert von dieser unsagbaren schönen Helligkeit folgte sie dem Strahl, so dass sie weder das warnende Klingen, der sich im Winde gebärdenden Blumen, noch das rauschende Zurufen von den Blättern der Laubbäume wahrnahm... So gelangte sie an einen, von scharfkantigen Felsen umgebenen See, über dem riesige schwarze Vögel kreisten, welche erbarmungslose, schauerlich krächzende Schreie ausstießen, die an den steilen Wänden widerhallten.
Submitted by Dahmers Fridge — Apr 26, 2025
Die Wärme und Geborgenheit, die das Kind gerade noch verspürt hatte, waren von ihm gewichen und es fühlte sich schutzlos und verlassen. Das sonderbare Licht funkelte nicht mehr Fröstelnd und von einer grossen unbekannten Furcht befallen, sah es, dass alles Leben aus den Pflanzen gewichen war und nur die nackten, kalten Äste der Bäume in den düsteren wolkenbedeckten Himmel ragten. Das Unheil verkündende Grollen des Donners vermischte sich mit den grässlichen durchdringenden Schreien der Rabenvögel Über dem finsteren Gewässer, während das alte Holz unter den aufbrausenden Windstössen ächzte, einstweilig vom hungrigen Heulen des näher kommenden Wolfsrudels übertönt. Funkelnde Augen und spitze Zähne verfolgten jede Bewegung des einsamen Feenmädchens, während unsichtbare Hände unbekannten Lebens hinterhältig aus festen Wurzeln Fallstricke fertigten und dornige Finger lebloser Bäume nach ihrem Haar griffen. Verängstigt kauerte sich das zierliche Geschöpf auf einen nackten Stein. Die Ärmchen um sich geschlungen, zum Schutze gegen die furchtbare Kälte, als plötzlich das volle Gesicht des Mondes hinter dem zerklüfteten Wolkenband hervortrat und die finstere Welt in ein wundersames Licht tauchte. Ergriffen von der fremden Schönheit wandelte die Fee an das Ufer des Sees, indem sich die fahle Gestalt in sonderbarer Weise wieder fand. Es war der Glanz des Lichtes, der sie zu diesem Ort geführt hatte und sie vergoss Tränen der Glückseligkeit, als die Helligkeit sie erfüllte. Aber die Tränen erstarrten in der eisernen Kälte, wurden zu weissen glitzernden Eiskristallen und fielen herab auf die frostige Mutter Erde
Submitted by Warbringer — Apr 26, 2025
Erfreut über die in des Mondesschein tanzende Pracht, perlten die Tränen immer Weiter aus ihren glitzernden Augen und hüllten das raue, tote Gestein und das leblose, knöcherne Geäst in eine funkelnde weisse Decke Der kalte Frosthauch strich zärtlich über ihr klammes Gesicht, die wirbelnden Flocken des Schnees bedeckten ihren kleinen liebreizenden Körper, wenn sich die Wölfe wehmutig erheben und die Raben ein Lied zum Abschied anstimmen ...
Submitted by Corpse Defiler — Apr 26, 2025
This track is instrumental.
← Go back to Brocken Moon