Expedition III: Renitenzpfad
Sichellos und sternenbar Fiel Nacht auf die Alhambra So bliesen wir zur Sonnenjagd über das Meer Bekreuzigt uns und kreuzten auf, Kurs sturwest Den Rossbreiten grimmig trotzend Schwärmend, wie Funkenflug über dem Meer Lärmend, mit Feuereifer über das Meer Bis der Funke übersprang in die Neue Welt Ein Pyroklast entflammter Seelen brennt sich durch das Land Im Feuerеifer Läuterbrand, verkohlt bis in diе Wurzel Gottes Lamm im Trock’nen geht das Schlachten leichter von der Hand Schutzerlässe ferner Hand fall’n auf verbrannte Erde Allenthalben Meucheln, welch’ verdrießlich’ Meisterschaft Dem Monarch im Mutterland entgleitet rasch die Macht Wer von der Klinge überseh’n, wird von der Seuche hingerafft So wild und doch zerbrechlich, Gottes frisch getrieb’ne Herde Die Neue Welt in altem Leid, verkrümmt vor Pein sich windet Wie Schach, so voller Blut, dass man die Felder nicht mehr findet Wir fielen ein mit Schwert und mit Feuer... und mit dem Wort Und fegten hinweg über Völker und Reiche, Welle für Welle für Welle Als alle Linien überschritten, aller Götzenkult getilgt Da wandten wir uns gegen uns selbst, die grelle Schwelle zur Hölle Die Feinde uns’rer Feinde sind mitnichten uns’re Freunde Sondern Feinde, die die Zukunft uns noch formt Reichsverweser, Reichsverwüster Klerus weiht die Fledderei Ein großes Wühlen, fieberhaft Im Götzenaas, ganz ohne Scheu Der größte Frömmler wird zum Schlächter Gibt man ihm nur Schwert und Macht Und lockt noch mehr, sind's wenige Die nicht um den Verstand gebracht Harmbenetzt und schuldgeplagt Dämmert uns die Neue Welt Im Osten steigt nur Dunkelheit Unterm Blutkreuz naht die nächste Arche Zum bersten gefüllt mit Hungerbestien... unrettbar Geblendet, gen güld'nen Untergang, über das Meer Verblendet, das Omen verlachend, fernab vom Meer Der Gabentisch scheint trügerisch
Submitted by SerpentEve — Jun 15, 2026
Cortés entweiht' den Schmachfürstgeiselthron, Dreibund schnaubt in blinder Wut Auf Unheilswell'n die nächste Flotte Pizarro raubt’ der Sonne ihren Sohn, sein Lösegold netzt Geiselblut Am Ende lauert die Garrotte Der ganze Kontinent bald Untertan, marode Reiche, schmerzverkrümmt Unter Joch und Hufschlag ächzt und stöhnt Als der Wolf tritt auf den Plan, sich dankbar Intriganz annimmt Bald Fehdemesserarbeit frönt Lope dе Aguirre: "Wie's mir scheint bin ich nur Lumpеnsammler im Schatten derer Die mit Rapier und Faust Geschichte hieben in der Neuen Welt Dem Mann, dem Fortuna ihre Gunst versagt Dem bleiben zwei Wege nur zur Wahl: Er fügt sich in sein Los, wird bitter und verzagt Oder formt sich sein Geschick durch Wille und Toledostahl Erinnert euch an Esquivel Den Hund, der Unrecht sprach Drei Jahr' blieb ich sein Schatten Dann bereut' er meine Schmach Ich wähle mir den Gott des Zorns Auf dass er mich zum Werkzeug mache Ich schwitze Rebellion Ich atme Invasion Adel vernichtet Hidalgo infernal Oscuro Madrigal Wer einmal in die Schatten flüstert Dem wird das Echo nie verstummen Wahn nährt Wahn und zieht sich an Und immer Wispern in den Schatten Die Dunkelheit, die ich im tiefsten Seelenkerker weggesperrt Wird Stund' um Stund' unweigerlich ans grelle Tageslicht gezerrt So steig' ich aus düsteren Träumen empor Der baskische Wolf, Conquistador"
Submitted by SerpentEve — Jun 15, 2026
Andenflanken gleich grünen Klippen Fallen steil in ein immergrünes Meer Nebelbrandung, weiße Fetzen Takelwerk zerschellter Geistkaracken So kriecht der Tross ins Tal hinab bis Urwald ihn verschlingt Auf schroffen Pässen steil bergab, wo Grau in Grün versinkt Ein Araschwarm bricht kreischend durch das trübe Nebeldach Wie Salut für unser Tun und das Schicksal folgt uns nach Fahler Sonnengeist haucht blassen Schеin durchs Totenkleid Die schwarzеn Wundenwasser ruhen in Glanzlosigkeit In den Erdkadavernarbenkuhlen In den quillenden Altarmpfuhlen Dem Traumwandler gleich verführt uns der Weg Gefolgt von der stummen Prozession all uns'rer Schatten Zieh'n wir neue Furchen durch tote Acker Und Seelenbrachland würgt Lebensreste aus der Tiefe Die Messe unter freiem Himmel Doch das Blätterdach ist dicht Und durch Schlingrankengewimmel Sieht und hört Gott uns wohl nicht Pedro de Ursúa: "Diese Wunderwelt lässt mich erschaudern und staunen Doch hinter mir unentwegt Murren und Raunen Bei Erfolg sind wir gemachte Männer... nur woraus? Habt Geduld... Deus lo vult" Nimmt Argwohn erst in uns sein Haus Und nistet sich uns ins Gemüt Macht er Vertrauen den Garaus Weil Argwohn stets nur Feinde sieht El Dorado - Das Ziel gleißt hehr Goldkranke Zwietrachtsaat El Dorado - Das Herz wird schwer Schuldblanke Judastat Das Geplärr des Federvolks Stets Begleiter uns'res Tuns Wie Häme uns'res Misserfolgs Tönt Schimpf und Schande über uns El Dorado - Das Ziel gelißt her El Dorado - Das Herz wird schwer
Submitted by SerpentEve — Jun 15, 2026
Ins satte Gedärm des Urwalds wir tauchen Gleich fettem Gewürm im Erdspalt wir krauchen Durch Schlinggewächs und Lianengewirr Durch Argwohndickicht und Abgunstgeschwirr Wispern unter Ratten... kreuchen Wispern in den Schatten... fleuchen Ränke in den Ranken... brüten Ränke in Gedanken... wüten Wie Waten durch windende Nattern Und stetig nur Surren und Flattern In uns und um uns erstickendes Lеben In uns und um uns nur dumpfer Tod Stunde um Stundе nur Grün Tiefer und tiefer wir zieh'n Ein fiebriger Brodem verdickt Uns're Luft, bis die Seele erstickt Allerorts Leben in erdrückender Fülle Ewiges Wuchern, kompromissloser Wille Es ist nicht Vogelsang, bloß Schrei'n In nacktem Lebenskampf und Pein Alles schlingt, alles drängt, alles ringt Um einen kleinen Teil vom Sonnenlicht Jeder strebt, jeder giert, jeder lechzt Nach seinem Teil, den Tat verspricht Lope de Aguirre: "Naturprinzip, wie mir scheint Faustrecht, das Gesetz des Dschungels So handle ich naturgemäß So bin ich nur Gottes Zorngefäß Und knackt es im Dickicht, sei’s Zweig oder Haken Der Büchse, Rapier rasch gezückt Der blinde Ursúa verlacht meine Warnung Der Narr erklärt mich für verrückt Ich wittere Zwietracht und spüre den Missklang Die Luft stinkt und schmeckt nach Verrat Genug sind verhungert und schändlich krepiert So schreite ich alsbald zur Tat Das Geschling der Lianen lässt vage erahnen, wie tief uns’re Torheit schon reicht Auf Fluchbotenbahnen mit blutroten Fahnen, selbst Santa Maria erbleicht Goldland bleibt Trugbild, der Pfad nebelverhüllt, im Dunst der Legenden versteckt Ursúa wird Freiwild, mein ganzer Hass ihm gilt, nur Blut leere Hände befleckt Alles dreht sich… Dreht sich… um mich…" Schweißdunst steigt zum Morion Und rinnt daran hinab Im Irrgarten des Marañón Finden etliche ihr Grab Hortlos goldvergiftet sind wir Grenzgänger auf Messers Schneide Alles in allem sind wir alle in allem entzweit... und zu allem bereit
Submitted by SerpentEve — Jun 15, 2026
Pedro de Ursúa: "Träge tropft das Sonnengold vom grünen Baldachin Gethsemane, denk' ich und meine Seele ist dahin." Fernando de Guzmán: "Das große, trübe Wasser, Orellanas alte Spur Wie Blutvergiftung kriechen wir, der Weg verbleibt obskur" Der Fluss bestimmt fortan den Kurs Die Hauptschlagader treibt uns In den Fängen grimmen Schwurs Verelendung zerreibt uns Stetig nordwärts strеbt das Nass Der Puls der Neuеn Welt Wir straucheln ohne Unterlass Um Gold und Ruhm geprellt Überall dort, wo die Ranken ihre Krallen in die Fluten krümmen Verwebt sich bitt're Finsternis, so boshaft, dass es würgt Die Schatten überlagern, verschränken sich zu tief'rem Schwarz Und brüten ein Fieber, dass Ärgeres noch birgt Es tötet den Entdeckergeist Es nimmt uns die Moral Wenn die Entdeckung Tod nur heißt Tagein, tagaus nur Qual Nur einer steht, ganz ungerührt Ganz nah und doch so fern Tagaus, tagein am Bug und stiert Gebaren eines Herrn Lope de Aguirre: "Das Hirngespinst vom Goldland haben Wir im großen Strom begraben Guzmán, der Narr, soll fortan führ'n Bevor wir alle hier krepier'n Aus Tropenmoloch und Vertrag Und rüsten zum Befreiungsschlag Entsagen per Deklaration Dem Undankaas auf fernem Thron" So dämmert uns das Jahr des Wolfs Da scheinbar nichts sein Maß mehr kennt Ketten gesprengt, in die Schlinge getappt Versengt uns das Feuer, das in ihm brennt Klandestines Natternnest Alles überwuchert Oben wie unten zuviel Gott Der Himmel birst von Zorn Wer sich erhebt… überlebt Der Strom strebt vorwärts, immerfort Doch werd' ich das Gefühl nicht los Dass uns ein Strudel abwärts reißt Geradewegs in Teufels Schoß Wie fremd wir uns auch werden Die Welt um uns ist fremder Wohin treibt uns jener Fluss? Und wie weit Aguirres Sog? Das Herz, das wölfisch aus ihm spricht Wünscht keinen Dialog Betritt die Campaña festen Boden Wird rot das Mal geschnitten… in Erde und in Fleisch Landgangpflicht: Kanonsaat gestreut, das wahre Heil Nicht selten birgt die Antwort ein Curarepfeil Beschmierte Fratzen glotzen Durch den Dschungelsaum Die vor Wildheit strotzen Ist's ein Fiebertraum? Wer in der Fremde Grauen sät Erhält sich die Autotität Einmal auf der Fährte, kann selbst Gott ihn nicht mehr trennen Der Wolf hat Blut geleckt, sein Zorn wird allesamt verbrennen Lope de Aguirre: "Kommt Zeit, kommt Verrat Doch guter Verrat ist teuer Soy la cólera de Dios, el Príncipe de la Libertad! Der Marañón - mein Rubicon" "Y caminando nuestra derrota, pasando todas estas muertes y malas venturas en este río Marañón, tardamos hasta la boca de él y hasta la mar más de diez meses y medio. Caminamos cien jornadas justas. Anduvimos mil quinientas leguas. Es río grande y temeroso: tiene de boca ochenta leguas de agua dulce, y no como dicen. Por muchos brazos tiene grandes bajos, y ochocientas leguas de desierto sin género de poblado, como tu majestad lo verá por una relación que hemos hecho, bien verdadera. En la derrota que corrimos, tiene seis mil islas. ¡Sabe Dios cómo nos escapamos de este lago tan temeroso! Avísote, rey y señor, no proveas ni consientas que se haga alguna armada para este río tan mal afortunado, porque en fe de cristiano te juro, rey y señor, que si vinieren cien mil hombres, ninguno escape. Porque la relación es falsa, y no hay en el río otra cosa que desesperar, especialmente para los chapetones de España Y otros muchos hidalgos de esta liga ruegan a Dios Nuestro Señor, te aumente siempre en bien y ensalce en prosperidad contra el turco y franceses y todos los demás, que en estas partes te quisieran hacer guerra. Y en estas, nos dé Dios gracia que podamos alcanzar con nuestras armas el precio que se nos debe, pues nos han negado lo que de derecho se nos debía Hijo de fieles vasallos en tierra vascongada, y rebelde hasta la muerte por tu ingratitud Lope de Aguirre, el Peregrino."
Submitted by SerpentEve — Jun 15, 2026
Der Dschungel hat uns ausgespien... halbverdaut, ganz zerkaut Endloses Grün endet endlich Wasser zu Wasser... alles mündet... ...zurück am Meer Verändert sind wir - nicht zum Bess'ren - gescheitert, ungeläutert Die Anmut seiner Schöpfung durch ihre Krönung entweiht Verzerrtes Genueserecho im Unholdgeleit Eiland wird Faustpfand Schwarze Perle im weißen Sand Alle Fäden in meiner Hand Zweifel unaussprechlich Alle Brücken abgebrannt Gefolgsmann oder Sykophant Wolfsgunst ist zerbrechlich Lope de Aguirre: "Mir selbst gestalt' ich mein Geschick, nicht als Vasall der Krone Wer mir nicht folgt, der bleibt zurück, mit Tod ich ihn entlohne Und wer mir nachfolgt, tut dies sicherlich aus nied'ren Gründen Durch Furcht oder durch Gier will ich die Narren an mich binden Halb gedungen, halb gezwungen und ganz und gar verlor'n Gott befohl'n, vom Mensch bestohl'n, zum Henker auserkor'n Am Ende seiner Ideale folgt Guzmán dem Schinder Fällt ihr mich, blutet Gott, ihr frevelhaften Sünder!" Starrend vor Waffen, vor Schmutz und Schmach Seht euch vor - er sieht euch nichts nach Sand vermengt mit schwerer Asche und zuviel Blut Nichts war und ist oder wird jemals gut Seelenmark prangt freigenagt, die Bestie von den Ketten Leitwolfs Biss war gründlich, nichts und niemand wird uns retten Vierzig Tage Aufruhrplage ...Blutzoll entrichtet Vierzig Nächte Jähzornknechte ...wutvoll vernichtet Lope de Aguirre: Es rauscht im Innern, Blutsturm Schwindel schwillt an Alles dreht sich unentwegt Will wachsen, will raus Posaunen im Schädel, tausendfach Schlachtruf aller Racheengel Gellend, Gottes Stimme Tonloser Lärm hinter der Stirn Sehnsucht nach Trepanation Schädelbohrung, Gnadenstich Fluchtkanal für die Dämonen Flintenlauf für den Zorn Bin des Kampfes überdrüssig Kluger Rat ist überflüssig Wut noch immer überschüssig Der Wolf ist müde, doch noch bissig Rapier voran, betrog'ne Seelen, in gerechter Wut Wams und Wanst schlitzt auf, bis endlich Gold fließt - oder Blut Sie sollen seh'n wie dem ergeht Der Gottes Zorn im Wege steht Warum wird ein Knecht, der sich rächt Gleichsam schlecht? Ist Gott im Geflecht derart geschwächt Und ungerecht? Hidalgo infernal Tirano primordial
Submitted by SerpentEve — Jun 15, 2026
No lyrics have been submitted for this track yet.